25. Januar, 2026

Wirtschaft

Schock-Crash bei Intel: Platzt jetzt die KI-Blase endgültig?

Während Intel zweistellig einbricht, markiert Silber historische Höchststände – was Anleger vor der Schicksalswoche der Tech-Giganten wissen müssen.

Schock-Crash bei Intel: Platzt jetzt die KI-Blase endgültig?
Intel fällt um 15%, Silber knackt die 100-Dollar-Marke. Alles zur entscheidenden Tech-Earnings-Woche und der Fed-Sitzung.

Intel stürzt ab und offenbart erste Risse im Fundament des KI-Hypes

Die US-Märkte zeigten am Freitag ein gespaltenes Bild, dominiert von einem dramatischen Kursverfall bei Intel. Der Chiphersteller brach um 15,6 Prozent ein, nachdem die Umsatz- und Gewinnprognosen die Markterwartungen deutlich verfehlten. Intel kämpft massiv damit, die Nachfrage nach Serverchips für KI-Rechenzentren zu bedienen, was Zweifel an der operativen Exekution des Konzerns nährt.

Dieser Einbruch belastete den gesamten Halbleitersektor, wobei der Semiconductor Index (.SOX) um 1 Prozent nachgab und sich von seinen Rekordhochs entfernte. Analysten warnen nun vor überzogenen Erwartungen im Sektor. Joe Saluzzi von Themis Trading betonte, dass KI-Aktien dramatisch aufgebläht seien und Unternehmen nun reale Pläne statt bloßer Hoffnung liefern müssten.

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Die Magnificent Seven stehen vor einer Woche der Wahrheit

Trotz des Intel-Schocks konnten sich der S&P 500 (+0,14 %) und der Nasdaq (+0,48 %) dank einer Flucht in Mega-Cap-Werte behaupten. Investoren setzten auf bewährte Namen: Microsoft und Netflix legten jeweils um 3 Prozent zu, während Meta und Amazon Gewinne von 2,3 Prozent verzeichneten. Nvidia stieg um 1,6 Prozent, gestützt durch Berichte, dass chinesische Tech-Giganten wie Alibaba und Tencent Bestellungen für H200-Chips vorbereiten dürfen.

Der Fokus richtet sich nun auf die kommende Woche, in der Schwergewichte wie Apple, Tesla und Microsoft ihre Quartalszahlen vorlegen. Angesichts der extrem hohen Bewertungen reicht es nicht mehr aus, die Erwartungen nur zu erfüllen („Meet“). Der Markt verlangt ein Übertreffen der Prognosen („Beat“) und eine Anhebung der Guidance, um das aktuelle Kursniveau zu rechtfertigen.

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Geopolitische Spannungen treiben Silber auf ein historisches Allzeithoch

Neben den Tech-Werten dominieren geopolitische Risiken das Marktgeschehen. Die Drohungen von US-Präsident Donald Trump bezüglich Zöllen gegen europäische Verbündete und der Konflikt um Grönland haben die Risikoaversion erhöht, auch wenn Trump eine militärische Übernahme Grönlands ausschloss. Diese Unsicherheit treibt Anleger massiv in Safe-Haven-Assets.

Die Konsequenz ist eine historische Rallye bei Edelmetallen: Silber durchbrach erstmals die Marke von 100 US-Dollar pro Unze, während Gold ebenfalls ein neues Rekordhoch erreichte. Minenwerte wie Hecla Mining (+1,5 %) profitierten unmittelbar von dieser Entwicklung, da die anhaltende Nachfrage nach sicheren Häfen den Sektor beflügelt.

Die Federal Reserve hält die Füße still und fokussiert sich auf Juni

Makroökonomisch richtet sich der Blick auf die anstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve. Der Markt erwartet, dass die Zinsen in der Spanne von 3,5 % bis 3,75 % belassen werden. Investoren werden das Statement und die Aussagen von Jerome Powell minutiös analysieren, um Hinweise auf den zukünftigen Pfad zu erhalten.

Aktuelle Daten des CME FedWatch-Tools deuten darauf hin, dass die erste Zinssenkung erst für Juni eingepreist wird. Die US-Wirtschaft zeigt sich indes robust: Der S&P Global Flash PMI signalisierte im Januar stabile Geschäftsaktivitäten, und das Verbrauchervertrauen der University of Michigan verbesserte sich, was die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Lockerung reduziert.

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