Die öffentliche Distanzierung erfolgt nach neuen Aktenleaks des US-Justizministeriums
Der Druck auf prominente Persönlichkeiten im Umfeld des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein nimmt erneut zu. Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat sich in einem aktuellen Interview offensiv zu seiner Vergangenheit mit dem Finanzier geäußert und dabei tiefe Reue gezeigt. Auslöser sind neu veröffentlichte Dokumente des US-Justizministeriums.
Gegenüber dem Sender 9News bezeichnete Gates die Treffen als gravierende Fehleinschätzung. Die Strategie des Tech-Milliardärs ist klar: Flucht nach vorn durch absolute Distanzierung, um weiteren Reputationsschaden abzuwenden.
„Es war dumm von mir, Zeit mit ihm zu verbringen. Jede Minute, die ich mit ihm verbracht habe, bereue ich, und ich entschuldige mich“, so Bill Gates im Interview mit 9News.
Gates betonte zudem, dass er mit diesem Gefühl nicht allein dastehe. Die gesellschaftliche Ächtung Epsteins, der 2019 im Gefängnis starb, zwingt ehemalige Kontakte zu klaren Statements.
„Ich bin einer von vielen, die es bereuen, ihn jemals kennengelernt zu haben“, so der Microsoft-Mitgründer weiter.
Ein ominöser E-Mail-Entwurf sorgt für neue, unbestätigte Spekulationen
Die Brisanz der aktuellen Lage ergibt sich aus spezifischen Inhalten der veröffentlichten Akten. Gefunden wurde ein E-Mail-Entwurf aus dem Jahr 2013, gespeichert im Konto von Jeffrey Epstein. Dieser Entwurf richtete sich offenbar an Gates, wurde jedoch laut Gates' Aussagen nie versendet.
Der Inhalt ist politisch und persönlich hochgradig toxisch. Thematisiert werden angeblicher Ehebruch seitens Gates sowie gescheiterte Geschäftsbeziehungen. Besonders gravierend ist der unbelegte Vorwurf, Gates habe Epstein gebeten, Korrespondenz bezüglich einer möglichen Geschlechtskrankheit zu löschen.
Bill Gates wies diese Anschuldigungen kategorisch zurück und spekulierte über die Motive Epsteins, sich selbst solche Nachrichten zu entwerfen.

Philanthropie diente als einziger Beweggrund für die verhängnisvollen Treffen.
Um den Kontext der Treffen ab 2011 zu klären, reiterierte Gates sein Standardnarrativ: Es sei ausschließlich um Fundraising für globale Gesundheitsziele gegangen. Epstein habe suggeriert, Zugang zu wohlhabenden Spendern zu haben.
Gleichzeitig legte Gates Wert auf die Feststellung, dass er niemals die berüchtigte Privatinsel Epsteins betreten habe, die als Zentrum des Missbrauchsrings gilt. Auch Treffen mit Frauen, die durch Epstein vermittelt wurden, bestritt er vehement.
Die juristische und mediale Aufarbeitung des Falls Epstein bleibt für die involvierte Elite ein Minenfeld, da die reine Nennung in den Akten zwar kein Fehlverhalten beweist, aber erhebliche Reputationsrisiken birgt.
