22. September, 2026

Schiller

Schiller bedeutet in der Finanzwelt eine Methode zur Bewertung von Aktien oder Aktienmärkten. Es ist nach dem deutschen Ökonomen und Nobelpreisträger Robert J. Schiller benannt, der für seine Arbeiten im Bereich der Verhaltensökonomie und Finanzmärkte bekannt ist.

Die Schiller-Methode versucht, den Wert von Aktien anhand der fundamentalen Daten und dem historischen Kursverlauf zu bestimmen. Sie beruht auf der Annahme, dass die Kurse von Aktien langfristig zu ihren tatsächlichen wirtschaftlichen Werten zurückkehren werden. Diese Methode steht im Gegensatz zur effizienten Markttheorie, die besagt, dass die Kurse bereits alle verfügbaren Informationen widerspiegeln und keine systematischen Über- oder Unterbewertungen auftreten.

Ein Schlüsselelement der Schiller-Methode ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie setzt. Ein niedriges KGV zeigt an, dass der Preis der Aktie im Vergleich zu ihrem Gewinn niedrig ist und sie möglicherweise unterbewertet ist. Ein hohes KGV deutet auf eine potenzielle Überbewertung hin.

Die Schiller-Methode beinhaltet auch die Verwendung des cyclically adjusted price-to-earnings ratio (CAPE), das das KGV über einen Zeitraum von mehreren Jahren durchschnittlich berechnet. Dadurch werden kurzfristige Schwankungen ausgeglichen und eine langfristige Perspektive eingenommen. Das CAPE wird häufig verwendet, um Bewertungen des gesamten Aktienmarktes vorzunehmen.

Eine der bekanntesten Anwendungen der Schiller-Methode ist der Schiller PE-Index, auch bekannt als CAPE-Index. Dieser Index vergleicht das CAPE-Verhältnis eines Marktes mit seinem historischen Durchschnitt. Wenn der Index über dem Durchschnitt liegt, deutet dies auf eine potenzielle Überbewertung hin, während ein Wert unter dem Durchschnitt auf eine mögliche Unterbewertung hinweist.

Die Schiller-Methode hat sich als nützliches Werkzeug für langfristige Investoren erwiesen, die nach unterbewerteten Aktien suchen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass keine Methode eine perfekte Vorhersage der Aktienbewertung ermöglicht und dass Risiken und Marktdynamiken immer berücksichtigt werden müssen.

Abschließend kann man sagen, dass die Schiller-Methode eine wichtige Rolle bei der Bewertung von Aktien und Märkten spielt und Investoren bei ihren Anlageentscheidungen wertvolle Informationen liefert. Durch die Verwendung des Schiller PE-Index und anderer Aspekte dieser Methode können Anleger potenzielle Chancen identifizieren und ihre Portfolios optimieren.