Die Herausforderungen rund um das amerikanische Gesundheitssystem sind wohlbekannt, doch eine neue Studie der Commonwealth Fund zeigt, dass die Lücken in der Gesundheitsversorgung weiter wachsen. Besonders betroffen sind dabei Haushalte mit niedrigem Einkommen sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Im Jahr 2023 waren 49 Millionen Amerikaner – knapp 16 Prozent der Bevölkerung – unterversichert. Dies bedeutet, dass sie zwar krankenversichert waren, jedoch über Lücken im Versicherungsschutz verfügten, die ihnen den notwendigen Zugang zu Pflege verwehrten. Diese Zahl schließt nicht die 26 Millionen Amerikaner ein, die gar keine Krankenversicherung hatten.
Im Jahr 2024 hat sich die Situation verschärft: 35 Prozent der Amerikaner sind entweder unterversichert oder haben Lücken im Versicherungsschutz, während 9 Prozent ganz ohne Versicherung sind. Zwei Drittel der unterversicherten Erwachsenen sind über einen Arbeitgeber versichert; andere nutzen Medicare, Medicaid oder individuelle und Marktplatz-Tarife.
Die Studie zeigt außerdem, dass hohe Gesundheitskosten viele Amerikaner davon abhalten, notwendige medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen. 57 Prozent der Unterversicherten gaben an, aus Kostengründen auf notwendige Behandlungen verzichtet zu haben, und 41 Prozent berichteten von einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands.
Nicht nur der Commonwealth Fund schlägt Alarm: KFF stellte in einer eigenen Erhebung in diesem Jahr ebenfalls fest, dass die hohen Gesundheitskosten eine zentrale Rolle bei gesundheitsbezogenen Entscheidungen spielen. Etwa die Hälfte der US-Erwachsenen bekundet, Schwierigkeiten bei der Bezahlung von Gesundheitsdienstleistungen zu haben. 61 Prozent der nichtversicherten Erwachsenen gaben an, aus Kostengründen komplett auf notwendige medizinische Versorgung verzichtet zu haben, und 21 Prozent füllten verschriebene Rezepte nicht ein.
Diese systemischen Herausforderungen manifestieren sich nicht nur in abstrakten Zahlen; sie haben schwerwiegende menschliche Auswirkungen. Ein kürzlich aufgetretener, vielbeachteter Fall hat die Aufmerksamkeit auf die persönlichen Leiden durch abgelehnte Versicherungsansprüche gelenkt und beleuchtet die seelischen Belastungen, denen sich Individuen im amerikanischen Gesundheitssystem ausgesetzt sehen.