26. Januar, 2026

Unternehmen

SAP unter Druck: Warum der 29. Januar über die Zukunft der Aktie entscheidet

KI-Ängste und ein EU-Verfahren haben den Software-Riesen auf Talfahrt geschickt. Jetzt blicken Anleger auf die Q4-Zahlen: Wird der Abwärtstrend gebrochen oder drohen neue Tiefs?

SAP unter Druck: Warum der 29. Januar über die Zukunft der Aktie entscheidet
SAP unter Druck: KI-Sorgen und EU-Verfahren belasten. Q4-Zahlen am 29. Januar entscheiden über Trendwende oder weiteren Absturz.

Die Marktskepsis gegenüber KI-Risiken drückt die Bewertung massiv

Die SAP-Aktie hat sich weit von ihrem Allzeithoch entfernt und kämpft aktuell um eine Bodenbildung. Marktbeobachter identifizieren eine fundamentale Sorge als Haupttreiber des Abverkaufs: Die Angst, dass Generative KI das traditionelle Service- und Lizenzgeschäft des Walldorfer Konzerns erodieren könnte.

Investoren befürchten eine Kommodifizierung von Standard-Softwaremodulen. Wenn KI die Entwicklung und Implementierung vereinfacht, geraten die durchschnittlichen Verkaufspreise für Services und abrechenbare Stunden unter Druck. Portfolio-Manager Angelo Meda unterstreicht dabei, dass nicht die Existenz von SAP auf dem Spiel steht, sondern das aktuelle Bewertungsniveau der Services.

Dieser Pessimismus spiegelt sich im gesamten Sektor wider. Der S&P 500 Software-Index notiert seit Jahresbeginn im Minus, und die Stimmung gilt als historisch schlecht. SAP muss nun beweisen, dass die eigene Cloud-Transformation schnell genug voranschreitet, um diesen strukturellen Risiken entgegenzuwirken.

Der kommende Quartalsbericht entscheidet über die Validität der Cloud-Story

Alle Augen richten sich auf den 29. Januar. An diesem Datum veröffentlicht SAP die Zahlen für das vierte Quartal 2025 sowie das Gesamtjahresergebnis. Dieser Termin fungiert als entscheidender Belastungstest für die zuletzt angepasste Guidance, die den Fokus klar auf Margensicherung im Cloud-Geschäft legte.

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Analysten erwarten für das vierte Quartal ein berichtetes Cloud-Umsatzwachstum von rund 19 Prozent, währungsbereinigt etwa 26 Prozent. Eine Schlüsselkennzahl wird der Cloud-Backlog sein: Hier gilt ein Wachstum von über 25 Prozent als Pflicht, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Das Management selbst hatte signalisiert, dass Werte darunter als Enttäuschung zu werten wären.

Trotz der aktuellen Kursschwäche halten fundamentale Analysten an positiven Szenarien fest. Morningstar beziffert den Fair Value der Aktie auf 265 Euro und bestätigt das „Wide Moat“-Rating. Dies deutet auf eine Diskrepanz zwischen der langfristigen Wettbewerbsposition und der kurzfristigen Marktpanik hin.

Charttechnik und EU-Regulierung signalisieren anhaltende Unsicherheit

Neben den operativen Herausforderungen belasten regulatorische Risiken das Sentiment. Die Europäische Kommission führt formelle Ermittlungen zu den On-Premise-Wartungsrichtlinien von SAP durch. Zwar sind die finanziellen Folgen noch nicht quantifizierbar, doch erhöht das Verfahren die Risikoprämie in einem ohnehin fragilen Marktumfeld.

Technisch ist das Bild angeschlagen. Die Aktie schloss zuletzt bei 197,92 Euro und notiert damit signifikant unter den gleitenden Durchschnitten der letzten 50, 100 und 200 Tage. Der Abstand zur 200-Tage-Linie, die aktuell bei 233,86 Euro verläuft, beträgt rund 15 Prozent und bestätigt den mittelfristigen Abwärtstrend.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 51,8 liefert derzeit keine klaren Kauf- oder Verkaufssignale. Charttechnisch drohen bei enttäuschenden Zahlen neue 12-Monats-Tiefs unterhalb der Marke von 189,84 Euro. Nur ein überzeugender Ausblick auf 2026 könnte das Momentum drehen.

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