Walldorf macht ernst. Die Zeiten der sanften Evolution sind vorbei, jetzt regiert die harte Revolution im Code. SAP feuert kurz vor der NRF 2026 eine Breitseite ab, die den Einzelhandel technisch umkrempelt.
Der Konzern integriert seinen KI-Assistenten „Joule“ tief in die Sortimentsverwaltung. Das ist kein technisches Spielzeug, sondern ein direkter Angriff auf die Ineffizienz in den Lieferketten weltweit.
Die neuen KI-Funktionen definieren die Wettbewerbsfähigkeit im Einzelhandel völlig neu
Ab dem ersten Halbjahr 2026 rollt SAP Features aus, die Fehlbestände vernichten sollen. Ein sogenannter „Order Reliability Agent“ identifiziert Bestellprobleme proaktiv, bevor der Kunde sie überhaupt bemerkt. Das System agiert, statt nur zu reagieren.
Das Timing dieser Offensive ist präzise kalkuliert. Wenn Studien zeigen, dass 61 Prozent der Verbraucher bei besseren Preisen sofort die Marke wechseln, wird Kundenbindung zur reinen Überlebensfrage. SAP liefert hier die technologische Antwort auf ein fundamentales Marktproblem.

Das explosive Wachstum der Cloud-Sparte untermauert die bullishe Haltung der Analysten
Zahlen lügen nicht. Ein Plus von 27 Prozent beim Cloud-Umsatz in den ersten neun Monaten 2025 spricht eine deutliche Sprache. Die Transformation vom Lizenzverkäufer zum Cloud-Giganten ist nicht mehr nur ein Plan, sie ist Realität.
Der Markt kalkuliert für das Gesamtjahr 2025 mit Cloud-Erlösen zwischen 21,6 und 21,9 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis soll dabei die psychologisch wichtige 10-Milliarden-Hürde knacken. Das ist die fundamentale Basis, auf der die aktuelle Bewertung ruht und die jeden Zweifel an der Profitabilität zerstreut.
Institutionelle Anleger nutzen die jüngste Kurskorrektur aggressiv für den Einstieg
Der Rücksetzer von 280 Euro auf das aktuelle Niveau um 212 Euro hat die Profis auf den Plan gerufen. Cerity Partners stockte die Position zuletzt um massive 23,2 Prozent auf. Das ist kein Testkauf, das ist ein Statement.
Auch die Wall Street bleibt demonstrativ optimistisch. Goldman Sachs sieht die Aktie bei 320 Euro. Selbst die etwas vorsichtigere Barclays Bank sieht bei einem Ziel von 270 Euro noch immer sattes Aufwärtspotenzial von über 25 Prozent. Wer jetzt zögert, verpasst möglicherweise den idealen Einstiegszeitpunkt.
Strategische Flexibilität bei der Migration sichert die enorm wichtigen Bestandskunden
SAP zwingt niemanden mit der Brechstange in die neue Welt. Die gewährte Fristverlängerung für die „Compatibility Packs“ nimmt den kurzfristigen Druck aus dem Kessel und zeigt, dass Walldorf verstanden hat, wie man Großkunden hält.
Diese Pragmatik sichert langfristige Wartungsverträge und verhindert, dass Kunden zur Konkurrenz abwandern. Am 22. Januar fallen dann die Masken: Die vorläufigen Jahreszahlen werden zeigen, ob der Markt die Dynamik sogar noch unterschätzt hat.


