06. Februar, 2026

Wirtschaft

Salzgitter AG übernimmt Kontrolle bei HKM, Stellenabbau unvermeidlich

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg stehen vor einem signifikanten Umbruch, da der Standort unter der alleinigen Führung von Salzgitter neu strukturiert wird. Hierbei wird die Belegschaft drastisch von 3.000 auf 1.000 Mitarbeiter reduziert. Nach intensiven Verhandlungen erwarb Salzgitter die Anteile von Thyssenkrupp, unterstützt durch die positive Haltung von Vallourec gegenüber dem Verkauf. Diese Umstrukturierungsmaßnahme, unter der Vermittlung des früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, zielt darauf ab, einen potenziell zerstörerischen Struktureinbruch abzuwenden und die Zukunft des Standorts zu sichern.

Die Vereinbarung sieht vor, dass Salzgitter ab dem 1. Juni 2026 die volle Verantwortung für den Standort übernimmt. Ein entscheidender Anpassungspunkt ist die vorzeitige Einstellung der Brammenlieferungen an Thyssenkrupp, nun bis Ende 2028 anstelle des ursprünglich geplanten Jahres 2032. Dieser Schritt ist ein Bestandteil umfassender Transformationsprozesse bei Thyssenkrupp, die auch den geplanten Abbau von insgesamt 11.000 Stellen im Unternehmen einschließen.

Im Zuge der Umstrukturierung wird in Duisburg ein neuer Elektrolichtbogenofen errichtet, der eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 2,5 Millionen Tonnen Stahl erreicht. Dieser Wechsel von traditionellen Hochöfen zu einem elektrischen Ofen wird mit nahezu 200 Millionen Euro umfangreich gefördert. Der Vorstandsvorsitzende von Salzgitter, Gunnar Groebler, unterstreicht die wesentliche Rolle der bisherigen Eigentümer, die in die finanzielle Unterstützung des Restrukturierungsprozesses involviert sind. Rund 2.000 Arbeitsplätze werden abgebaut, wobei dieser Prozess im Rahmen von Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat fair gestaltet werden soll.

Die Gewerkschaft IG Metall zeigt sich erleichtert über die langfristige Sicherung der Stahlproduktion in Duisburg, ungeachtet der bestehenden Herausforderungen. Die Bedeutung des Stahlstandorts in Nordrhein-Westfalen wird damit nachhaltig gestärkt. Mona Neubaur, Wirtschaftsministerin des Landes NRW, betrachtet die Einigung als Chance sowohl für die industrielle Zukunft der Region als auch für die Beschäftigten in Duisburg.