Ryanair, Europas größter Billigfluganbieter, hat in den Sommermonaten einen Rückgang seines Gewinns verzeichnet. Grund hierfür sind sinkende Ticketpreise und daraus resultierende Anpassungen in den Passagierprognosen aufgrund von Boeing-Lieferverzögerungen.
Im Halbjahresbericht bis Ende September meldete das Unternehmen einen Nettogewinn von 1,79 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 18 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Unternehmenschef Michael O'Leary führte den Rückgang auf "Druck auf die Verbraucherausgaben" und steigende Zinssätze zurück.
Die Ankündigung von Ryanair, dass die Flugpreise im Sommer signifikant gesunken sind, sorgte für Unruhe unter den europäischen Fluggesellschaften. Dies stellt eine Wende gegenüber der Phase hoher Ticketpreise nach dem Ende der pandemiebedingten Lockdowns dar, als die Reiselust der Menschen groß und das Angebot an verfügbaren Flugzeugen knapp war.
Die durchschnittlichen Ticketpreise sanken im Sommer um 10 %, jedoch hat sich dieser Rückgang im aktuellen Quartal stabilisiert. O'Leary bemerkte optimistisch: "Die Vorausbuchungen zeigen eine starke Nachfrage, und der Preisrückgang scheint sich zu moderieren."
Ryanair sieht sich zudem mit Verzögerungen bei der Lieferung von Boeing 737-Flugzeugen konfrontiert, was auf Produktionsprobleme und einen Streik der Arbeiter beim US-amerikanischen Hersteller zurückzuführen ist. Aufgrund der Lieferverzögerungen hat Ryanair seine Passagierwachstumsprognose für das kommende Geschäftsjahr von 215 Millionen auf 210 Millionen reduziert.
Ungeachtet dessen hält das Unternehmen an seinem langfristigen Ziel fest, innerhalb des nächsten Jahrzehnts 300 Millionen Passagiere zu befördern, und erwartet von Boeing eine "moderate" Entschädigung für die Verzögerungen.