In einer energischen und deutlichen Erklärung hat das russische Außenministerium Deutschland vorgeworfen, in eine Konkurrenzhaltung gegenüber der Ukraine verfallen zu sein. Dies geht aus der offiziellen Mitteilung hervor, die im Rahmen der jährlichen Pressekonferenz des russischen Außenministers Sergej Lawrow veröffentlicht wurde. Laut der russischen Aussage ist die deutsche Regierung von einem vermeintlichen Drang beseelt, frühere Niederlagen wieder gutmachen zu wollen, indem sie die Ukraine unterstützt. Diese Unterstützung wird als Mittel gesehen, um sich gegenüber Russland zu profilieren.
Ein zentraler Aspekt des Vorwurfs besteht in der Unterstützung durch die Lieferung deutscher Waffen an die Ukraine. Dies, so Moskau, geschehe 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und diene dazu, gegen russisches Territorium vorzugehen. Das russische Außenministerium weist ferner auf die erhöhte militärische Präsenz der Bundeswehr in Litauen hin, die als weiteres Anzeichen dieser Strategie gewertet wird. Sollte Deutschland beabsichtigen, eine ähnliche militärische Verflechtung in der Ukraine zu etablieren, werden diese Truppeneinsätze von Russland als „legitime Ziele“ betrachtet. Diese Einschätzung gewinnt zusätzliches Gewicht durch die laufenden internationalen Debatten über die Einrichtung einer Sicherheitstruppe in der Region nach Beendigung der Feindseligkeiten.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte seinerzeit den Ausbruch der Kampfhandlungen mit der behaupteten Gefahr erklärt, die von den NATO-Ambitionen der Ukraine ausgehen soll. Als unverzichtbarer Bestandteil einer Friedenslösung fordert Moskau, dass die Ukraine von einer Mitgliedschaft in dem westlichen Militärbündnis absichtlich Abstand nimmt und bereit ist, bedeutende territoriale Konzessionen zu machen. Das russische Ultimatum betont die Bedeutung geopolitischer Sicherheitsbedenken und die Notwendigkeit einer geopolitischen Neuausrichtung in Osteuropa.