Nach einer Phase der Aufwärtsbewegung zeigten sich die Ölpreise auf dem globalen Markt am Dienstag merklich gefestigt. Das schwarze Gold, dessen Preise sich zuletzt auf einer steilen Kursrally befanden, erschien gedämpft; die Brent-Ölpreise bewegten sich kaum und verharrten bei 86,84 US-Dollar pro Barrel für Mai-Lieferungen – ein minimaler Rückgang von fünf Cents gegenüber dem Vortag. West Texas Intermediate (WTI), die amerikanische Benchmark, verzeichnete dagegen eine leichte Aufwärtsbewegung und stieg um vier Cents auf 82,76 Dollar pro Fass für April-Lieferungen.
Noch am Montag hatte der Markt eine spürbare Dynamik erlebt: Die Ölpreise waren drei Tage in Folge angestiegen, und der Preis für Brent-Öl hatte den höchsten Wert seit November letzten Jahres erreicht. Als treibende Kraft hinter dem jüngsten Preisanstieg wurden unter anderem Angriffe auf russische Ölanlagen gesehen. Die Attacken, die mutmaßlich von ukrainischen Drohnen ausgeführt worden waren, hinterließen deutlichen Schaden in der Infrastruktur und führten nach Angaben von Torbjörn Törnqvist, dem Chef von Gunvor, zu einem täglichen Produktionsausfall von circa 600.000 Barrel Öl. Dieser Schätzung, getätigt auf einer Energiekonferenz von S&P Global in Houston, stehen noch höhere Zahlen von Analysten der JPMorgan Chase gegenüber, die von einem möglichen täglichen Ausfall von bis zu 900.000 Barrel sprechen.
Eine weitere Stütze für die Ölpreisstabilität war die anhaltend konservative Förderpolitik des Opec+ Bündnisses. Anfang März hatten die Mitgliedsländer eine Förderkürzung beschlossen, die bis Mitte des Jahres Bestand haben soll – eine Maßnahme, die maßgeblich zum jüngsten Preisauftrieb beigetragen hat.