04. März, 2026

Wirtschaft

Rückläufige Rohstoffnachfrage belastet deutsche Industrie

Die deutsche Wirtschaft sieht sich weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert, insbesondere im Hinblick auf eine abnehmende Nachfrage nach Rohstoffen. Dies geht aus dem jüngsten Bericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hervor. Im vergangenen Jahr verzeichneten sowohl die inländische Produktion als auch der Import von Rohstoffen einen erneuten Rückgang. Die Inlandsförderung mineralischer Rohstoffe fiel auf ein neues Tief von 475 Millionen Tonnen, verglichen mit 534 Millionen Tonnen im Jahr davor.

Volker Steinbach, der Vizepräsident der BGR, identifiziert die schwächelnde Konjunktur als wesentliche Ursache für den Rückgang der Nachfrage. Dazu tragen hohe Zinssätze, die anhaltende Inflation sowie gestiegene Energie- und Transportkosten bei, die die Industrie belasten und somit den Bedarf verringern. Infolge dieser Faktoren musste die deutsche Wirtschaft substantielle Verluste bei der Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen hinnehmen, was sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene spürbar ist.

In den letzten fünf Jahren ist die Inlandsproduktion um ein Drittel gesunken, was die strukturellen Herausforderungen für die deutsche Rohstoffindustrie unterstreicht. Auch die Importmenge ist um 2,8 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode zurückgegangen und beträgt nunmehr 288 Millionen Tonnen. Während bei Energierohstoffen wie Kohle, Öl und Gas erhebliche Rückgänge zu verzeichnen waren, zeigten Metalle und Nichtmetalle im Vergleich zu 2023 einen leichten Anstieg.

Die inländischen Schlüsselrohstoffe, darunter Sand, Kies und Natursteine, verzeichneten einen kräftigen Rückgang der Fördermenge auf 211 Millionen Tonnen – was eine Verringerung um ein Viertel gegenüber dem Jahr 2020 bedeutet. Parallel dazu sank die Braunkohleförderung um 10 Prozent auf 92 Millionen Tonnen, während die Erdgasförderung um knapp vier Prozent auf 4,7 Milliarden Kubikmeter zurückging.

Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass die deutsche Wirtschaft vor erheblichen Herausforderungen steht, die nicht nur die kurzfristige Nachfrage, sondern auch langfristige Produktionskapazitäten betreffen könnten. Die Anpassungsfähigkeit der Branche in Zeiten volatiler globaler Märkte wird entscheidend sein, um die Rohstoffversorgung auch in Zukunft sicherzustellen.