23. Januar, 2026

Politik

Rückkehr und Herausforderungen: Irans schrittweiser Wiedereintritt ins Internet

Nach einer zweiwöchigen Internetsperre im Iran eröffnen sich erste Anzeichen einer möglichen Rückkehr zur globalen Vernetzung. Laut dem Internetdienstleister Cloudflare hat der Datenverkehr im Land wieder etwa 30 Prozent des Niveaus erreicht, das vor der Blockade vorhanden war. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Sorge bestehen, dass diese Lockerungen nur von vorübergehender Natur sein könnten. Bewohner der Hauptstadt Teheran greifen derweil auf Tunneldienste zurück, um weiterhin Nachrichten über gesperrte Plattformen wie WhatsApp zu versenden. Es bleibt abzuwarten, ob diese Phase der Online-Freiheit von Dauer sein wird.

Parallel zur teilweisen Wiederherstellung des Internets intensivieren die Vereinigten Staaten ihren politischen Druck auf die iranische Regierung durch die Implementierung neuer Sanktionen, die gezielt den Ölsektor ins Visier nehmen. Speziell neun Schiffe, ihre Eigentümer und die verantwortlichen Managementfirmen, die iranisches Öl transportieren, stehen im Fokus dieser Sanktionen. Die USA argumentieren, dass die Einnahmen aus dem Ölgeschäft zur Finanzierung von Terrororganisationen verwendet werden, und streben daher die Schwächung der finanziellen Basis der iranischen Führung an.

Diese politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen geschehen vor dem Hintergrund widersprüchlicher Berichte über Hinrichtungen im Iran. Trotz der Ankündigung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, wonach Exekutionen von Demonstranten gestoppt worden seien, verneinte die iranische Justiz diese Behauptung vehement. Dies sorgt für Unklarheit und Verunsicherung in der internationalen Gemeinschaft. Darüber hinaus tragen Berichte über eine angeblich "riesige Flotte" auf dem Weg in Richtung Iran zur Sorge über eine mögliche kriegerische Eskalation bei. Stimmen aus den Vereinten Nationen mahnen zu Vorsicht und appellieren, eine solche Eskalation zu vermeiden. Eine Dringlichkeitssitzung des UN-Menschenrechtsrats zog ebenfalls internationale Aufmerksamkeit auf sich, bei der aggressive Rhetorik abgelehnt wurde.

Iranische Journalisten fordern indes vehement die Aufhebung der Internetsperre, die sie als gravierende Einschränkung ihrer Arbeit kritisieren. Die wirtschaftlichen Folgen der Internetsperre sind erheblich; zahlreiche Unternehmen sehen ihre Existenz bedroht, während die iranische Regierung weiterhin Sicherheitsbedenken als Rechtfertigung für die Maßnahmen anführt. Zusätzlich wird die angespannte Lage durch Berichte über hohe Opferzahlen und Verhaftungen im Zuge der zurückliegenden Proteste weiter verschärft. Die Darstellung der iranischen Regierung, wonach Terroristen für viele Tote verantwortlich seien, stößt international auf Skepsis.

Der digitale Wandel im Iran scheint einerseits greifbar, bleibt jedoch weiterhin von der instabilen politischen Großwetterlage abhängig. Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein, um festzustellen, in welche Richtung sich die Online-Freiheit im Iran entwickeln wird, und welche Maßnahmen die internationalen Akteure ergreifen, um die Situation zu entschärfen und zu einer stabilen Lösung beizutragen.