10. Mai, 2026

Wirtschaft

Rückkehr in die Heimat treibt Immobilienmarkt in Kabul an

Rückkehr in die Heimat treibt Immobilienmarkt in Kabul an

Omiddullah, ein Immobilienmakler in Kabul, bietet ein neuzimmeriges, luxuriöses Anwesen in der afghanischen Hauptstadt für 450.000 Dollar an. Diese Villa, geschmückt mit dem goldenen Schriftzug "mashallah" auf dem Dach, verkörpert die Hoffnung eines Landes, das sich nach langem Leid erholt.

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen im Land zeigt der aufstrebende Luxusimmobilienmarkt, dass finanzstarke Afghanen bereit sind, in ihre Heimat zu investieren. Diese Entwicklung wird vom gesteigerten Sicherheitsgefühl angetrieben, das viele nach Afghanistan zurückkehren lässt. Rückkehrer aus dem Ausland, oft mit erheblichen finanziellen Mitteln ausgestattet, nutzen die neu gewonnene Stabilität für Investitionen. Während herkömmliche Finanzierungen, wie Hypotheken, in Afghanistan selten sind, erfolgt der Immobilienerwerb in bar oder über die sogenannte "geerawi"-Option, bei der eine feste Summe gezahlt wird, um eine Immobilie zu nutzen, bis der Vermieter das Geld zurückzahlt.

Ghulam Mohammed Haqdoost, ein weiterer Immobilienexperte, beobachtet ein rapides Wachstum des Immobilienmarkts seit der Machtübernahme der Taliban. Die Bürokratie ist straff organisiert, Korruption wird eingedämmt und der Markt wird reguliert, was Investitionen erleichtert und Konflikte mit lokalen Machthabern vermeidet. Haqdoost berichtet von einem Anstieg der Immobilienpreise um 40 Prozent und nennt besondere Verbesserungen in der Abwicklung von Immobiliengeschäften.

Für Bauträger in Kabul sind die Zeiten günstig. Haqdoost leitet ein großes Unternehmen mit 200 Verwaltungsmitarbeitern, darunter auch Frauen, die ausschließlich mit weiblicher Kundschaft arbeiten, sowie rund 1.000 Beschäftigten im Bauwesen.