Das britische Verteidigungsministerium investiert beachtliche sechs Milliarden Pfund, um mehr als 36.000 Militärwohnungen von dem Private-Equity-Tycoon Guy Hands zurückzukaufen. Dieser Entschluss beendet eine intensive Auseinandersetzung über die Kontrolle der Immobilien und stellt einen Wendepunkt in der lang andauernden Diskussion um die Privatisierung von Militärwohnungen dar.
Ursprünglich wurden im Jahr 1997 etwa 55.000 Immobilien für 1,7 Milliarden Pfund an Annington Homes verkauft und anschließend vom Ministerium zurückgemietet. Der damalige Deal, eingefädelt unter der Regierung John Majors, geriet immer wieder in die Kritik: Der staatliche Rechnungshof erklärte, dass den Steuerzahlern Verluste von mehr als vier Milliarden Pfund entstanden seien. Das Verteidigungsministerium schätzte den Wert der Immobilien damals erheblich niedriger ein als deren heutiger Marktwert von rund zehn Milliarden Pfund. Zusätzlich belasteten hohe Miet- und Instandhaltungskosten die staatlichen Kassen.
Die damalige Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Verwaltungsangelegenheiten, Meg Hillier, bezeichnete den Verkauf im Jahr 2018 als "verheerendes Geschäft für die Steuerzahler". Zwar versprach das Ministerium seinerzeit, durch die langfristige Anmietung mehr finanzielle Mittel für Verbesserungen freizusetzen, doch nun sieht man die komplette Übernahme der Immobilien als langfristig günstigere Lösung an, die jährlich 230 Millionen Pfund an Mietkosten einsparen soll.
John Healey, der Verteidigungsminister, sprach am Dienstag von einer „einmaligen Gelegenheit“ zur Verbesserung des Wohnungsbestands der Streitkräfte und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Auch Richard Hands, der Geschäftsführer von Terra Firma, zeigt sich versöhnlich und sieht „langfristigen Wert für beide Parteien“. Diese Übereinkunft beendet zudem einen juristischen Konflikt, bei dem Annington Homes noch im September einen Rechtsanspruch gegen den Wohnungsminister beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht hatte.
Mit dem Abschluss dieser Transaktion zieht die britische Regierung einen Schlussstrich unter die Streitigkeiten mit Mr. Hands und fokussiert sich auf die Optimierung ihrer Vermögenswerte.