08. Januar, 2026

Märkte

Rückgang der Ölpreise: Venezuelas potenzieller Beitrag belastet die Märkte

Die Ölpreise setzten am Mittwoch ihren Abwärtstrend fort, der bereits am Dienstag durch signifikante Verluste geprägt war. Analysten und Branchenexperten führen diese jüngste Entwicklung auf die Erwartung eines möglicherweise bald steigenden Angebots aus Venezuela zurück. Dieses Land ist weltweit für seine reichen Ölvorkommen bekannt, und die Aussicht auf eine Erhöhung der Fördermengen könnte den internationalen Markt erheblich beeinflussen.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent, das zur Lieferung im März vorgesehen ist, sank am Mittwochmorgen um 56 Cent. Dies entspricht einem Rückgang von knapp einem Prozent und setzte den Preis bei 60,14 Dollar fest. Bereits am Vortag hatte der Brent-Preis eine Abnahme von fast zwei Prozent verzeichnet. Ähnlich verhielt es sich mit einem Barrel der US-Sorte WTI, das mit Lieferung im Februar weiterhin einem Preisverfall ausgesetzt war. Es ermäßigte sich um 73 Cent oder 1,3 Prozent und wurde somit für 56,40 Dollar gehandelt.

Diese Entwicklung am Ölmarkt wurde zusätzlich durch eine unerwartete politische Intervention beeinflusst. US-Präsident Donald Trump sorgte für Aufsehen mit seiner Ankündigung, er werde sich die Kontrolle über Einnahmen aus dem internationalen Verkauf von venezolanischem Öl sichern. Diese Maßnahme folgte nur wenige Tage nach einem US-Militäreinsatz in Caracas und stellt einen direkten Eingriff in die venezolanische Ölindustrie dar.

Gemäß den Angaben soll Venezuela zwischen 30 und 50 Millionen Barrel an sanktioniertem Öl in die USA liefern. Diese Menge repräsentiert nahezu die gesamte Ölproduktion Venezuelas über ein bis zwei Monate hinweg. Präsident Trump verbreitete diese Nachricht über das soziale Netzwerk Truth Social, während die Regierung in Caracas bislang ohne offizielle Stellungnahme geblieben ist.

Unklar bleibt, in welchem Zeitraum das vereinbarte Rohöl tatsächlich zur Verfügung gestellt werden soll. Da der Ölhandel die bedeutendste Einnahmequelle für Venezuela darstellt, bleibt abzuwarten, wie sich dieser politische Schachzug langfristig auf die ökonomische und politische Lage des Landes auswirken wird. Analysten spekulieren, dass die Auswirkungen tiefgreifend sein könnten, sowohl auf den globalen Ölmarkt als auch auf die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela.