Die deutsche Maschinenbauindustrie steht im Jahr 2025 erneut vor einem signifikanten Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Zum Ende des Jahres sind in diesem Sektor rund eine Million arbeitende Personen verzeichnet, was einen Rückgang von 2,2 Prozent oder etwa 22.000 Stellen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Diese Entwicklung unterstreicht die weiterhin gravierenden Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) weist auf den Einfluss von Handelsbarrieren aus den USA sowie den zunehmenden Wettbewerb aus China als maßgebliche Belastungsfaktoren hin.
In einem schwierigen wirtschaftlichen Klima stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, ihre hochqualifizierten Arbeitskräfte trotz Sparzwängen zu halten. Fabian Seus, Arbeitsmarktspezialist beim VDMA, betont, dass viele Firmen angesichts der ökonomischen Zwänge gezwungen sind, ihre Belegschaft weiter zu verkleinern. Die aktuellen Prognosen deuten darauf hin, dass sich dieser Trend auch im Jahr 2026 fortsetzen könnte, was weitere Abbaumaßnahmen in der Personalstruktur wahrscheinlich erscheinen lässt.
Trotz der düsteren Aussichten gibt es in der Branche auch verhaltene Hoffnungsschimmer. Nach drei Jahren kontinuierlich sinkender Produktionszahlen erwartet der VDMA für 2025 ein erneutes Wachstum der Produktionsaktivität in der Maschinenbauindustrie. Diese positive Entwicklung spiegelt sich in den steigenden Auftragseingängen im vierten Quartal des Vorjahres wider, was Anlass zu vorsichtigem Optimismus gibt und auf eine mögliche Stabilisierung der Branche hoffen lässt.
Der gesamtindustrielle Kontext bleibt jedoch herausfordernd, wie auch die Entwicklungen in der Automobilindustrie belegen, die mit einem Verlust von 47.000 Arbeitsplätzen im vergangenen Jahr konfrontiert war. Im Gegensatz dazu verzeichnete der Chemie- und Pharmasektor einen nur marginalen Rückgang in der Beschäftigtenzahl, was auf eine widerstandsfähigere Struktur in diesen Bereichen hindeutet.
Fabian Seus ruft die Politik dringend zum Handeln auf, um entlastende Maßnahmen zu implementieren. Eine wesentliche Forderung ist die Senkung der Sozialbeiträge, die den finanziellen Druck auf die Unternehmen verringern könnte. Darüber hinaus plädiert er für eine Reform der Arbeitszeitregelungen, um flexiblere Wochenarbeitszeiten zu ermöglichen, die eine Anpassung an die sich verändernden Marktbedingungen erleichtern könnten.