15. April, 2026

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Rivian und die Herausforderung: Ein riskantes Potenzial

Rivian und die Herausforderung: Ein riskantes Potenzial

Rivian Automotive dürfte derzeit kaum das Interesse konservativer Investoren wecken, bietet aber risikofreudigen Anlegern Chancen, insbesondere mit dem nahenden Jahresende 2024. Weshalb gerade sie nun über einen Einstieg nachdenken könnten, zeigt ein Blick auf die Strategien und Ziele des Elektrofahrzeug-Start-ups.

Ein bedeutendes finanzielles Ziel ist das Erreichen eines "bescheidenen Bruttogewinns" im vierten Quartal 2024. Trotz anhaltender Lieferkettenprobleme, die die Produktion von Fahrzeugen behindern, hielt das Unternehmen Ende des dritten Quartals an dieser Absicht fest. Ein Bruttogewinn unterscheidet sich wesentlich von einem Nettogewinn, stellt aber einen wichtigen Schritt dar. Denn er bedeutet, dass die Einnahmen aus Fahrzeugverkäufen endlich die Produktionskosten decken können.

Für Rivian wäre dieses Ziel ein großer Wandel, da zuvor bei jedem verkauften Fahrzeug ein Verlust verzeichnet wurde. Gelingt der Bruttogewinn, könnte die Produktionssteigerung zur Deckung weiterer Kosten führen, was wiederum den Nettoverlust schmälern würde. Zwar wird es noch dauern, bis Rivian insgesamt rentabel ist, doch das Erreichen eines Bruttogewinns zeigt die Fähigkeit, Unternehmensziele zu verwirklichen – selbst wenn das Ziel auf 2025 verschoben werden muss.

Ein wichtiger Vorteil von Rivian gegenüber anderen EV-Start-ups ist der Vertrag zur Lieferung von Fahrzeugen an den Online-Riesen Amazon. Obwohl Rivian darüber hinaus expandieren muss, bietet Amazon als Großkunde eine stabile Basis für eine breitere Marktstrategie.

Dieser Aspekt ist möglicherweise bereits im Aktienkurs eingepreist, doch sollte die Bedeutung der Partnerschaft mit Amazon nicht unterschätzt werden. Angesichts der Produktionsprobleme im Jahr 2024 nutzte das Unternehmen die Chance, alternative Modelle zu fertigen, und rechnet mit größeren Bestellungen seitens Amazon im vierten Quartal.