Der Bergbaugigant Rio Tinto steht vor den Herausforderungen eines signifikanten Gewinnrückgangs für das Jahr 2025, bedingt durch einen deutlichen Preisverfall von Eisenerz. Diese Entwicklung kann weitgehend auf die Krise im chinesischen Immobiliensektor zurückgeführt werden, die zu einem Überangebot an Stahl führte und schließlich die Preise stark unter Druck setzte. China, als einer der weltweit größten Verbraucher von Eisenerz, spielt in den globalen Märkten eine entscheidende Rolle. Infolgedessen haben sich die Dynamiken der Angebots- und Nachfrageverhältnisse dramatisch verschoben.
Obwohl Rio Tinto in den Bereichen Kupfer und Aluminium beachtliche Fortschritte gemacht hat und hier bessere Ergebnisse erzielen konnte, waren diese Zugewinne nicht ausreichend, um die Verluste im Kerngeschäft des Eisenerzabbaus zu kompensieren. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn des Unternehmens sank um 14 Prozent auf insgesamt 9,97 Milliarden US-Dollar, was in etwa 8,43 Milliarden Euro entspricht. Das Unternehmen, das als zweitgrößtes Bergbauunternehmen weltweit agiert, veröffentlichte diese Zahlen im Rahmen eines umfassenden Finanzausblicks am Donnerstag. Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnbilanz ergab einen Überschuss von 10,87 Milliarden US-Dollar, womit Rio Tinto exakt die Erwartungen der Analysten erfüllte.
Rio Tinto plant, für das Jahr 2025 eine Dividende von 402 US-Cent je Aktie auszuschütten, was unverändert im Vergleich zum Vorjahr bleibt. Diese Entscheidung dürfte der Stabilisierung des Vertrauens der Aktionäre in einem herausfordernden Marktumfeld dienen.
Darüber hinaus sah sich Rio Tinto mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert, als Gespräche über eine mögliche Fusion mit dem Wettbewerber Glencore abrupt endeten. Das Management von Rio Tinto kam zu der Schlussfolgerung, dass keine Einigung erzielt werden konnte, die spürbare Vorteile für die Aktionäre bringen würde, wie der Konzern Anfang Februar mitteilte. Im Gegensatz dazu äußerte Glencore die Ansicht, dass Rio Tinto das vorhandene Potenzial einer Fusion unterschätzt habe, womit Spannungen zwischen den beiden Bergbauunternehmen offengelegt wurden. Diese Situation verdeutlicht die Komplexität von Zusammenschlüssen in der Branche, die nicht nur finanzielle, sondern auch strategische und operationelle Faktoren berücksichtigen müssen.