12. Januar, 2026

Politik

Reza Pahlavi und die veränderte Rhetorik der iranischen Protestbewegung

Reza Pahlavi, der Sohn des gestürzten Schahs, hat jüngst auf der Plattform X einen eindringlichen Appell an die Protestbewegung im Iran gerichtet, in dem er die Initiierung einer neuen Phase des Widerstands gefordert hat. In seiner Botschaft rief Pahlavi dazu auf, den Fokus auf zentrale Straßen der Städte sowie auf Institutionen zu richten, die der Propaganda des derzeitigen Regimes dienen und für die Unterbrechungen der Kommunikation verantwortlich sind. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Islamische Republik zu destabilisieren und letztlich zu stürzen. Die strikte Internetzensur stellt jedoch die Frage, inwieweit seine Botschaft im Landesinneren die erhoffte Reichweite entfalten kann.

Darüber hinaus hat Pahlavi iranische Exilbürger aufgerufen, symbolische Akzente zu setzen, indem sie an den iranischen Botschaften und Konsulaten weltweit die "schändliche Flagge der Islamischen Republik" durch die Flagge aus der Herrschaftszeit seines Vaters, Schah Mohammed Reza Pahlavi, ersetzen. Diese Aktion zielt darauf ab, den internationalen Unterstützungsbekundungen für die Protestbewegung im Iran eine zusätzliche symbolische Intensität zu verleihen. Angesichts der fortdauernden Auswirkungen der islamischen Revolution von 1979, die den Schah aus dem Iran vertrieb, will Pahlavi die Exil-Iraner zu einer aktiven Teilnahme an den internationalen Protesten bewegen.

Parallel dazu verschärfen die iranischen Behörden ihren Ton gegenüber der anhaltenden Protestbewegung. Der Parlamentspräsident, Mohammed Bagher Ghalibaf, beschuldigte die Demonstranten, eine potenzielle militärische Intervention der USA vorzubereiten, und warnte vor unmissverständlichen Abwehrmaßnahmen. Die Protestbewegung, die mittlerweile 186 Städte erfasst hat, fordert weiterhin ihren Tribut an Menschenleben. Nach Angaben des in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerks HRANA beläuft sich die Zahl der Todesopfer mittlerweile auf 544, darunter 483 Demonstranten und zahlreiche Kinder.

Die Kontrolle über die Kommunikationskanäle bleibt eine der obersten Prioritäten der iranischen Regierung. Die weitreichenden Internetsperren und die Störungen im Telefonsystem vergrößern die Kluft zwischen den vereinzelten Informationsströmen und den immer lauter werdenden Rufen nach Gerechtigkeit, die auch über die Grenzen Irans hinaus Gehör finden wollen. Trotz der beständigen Bemühungen der Regierung, den Informationsfluss zu kontrollieren, scheint die Entschlossenheit der Protestbewegung ungebrochen, das Regime herauszufordern und internationale Unterstützung zu mobilisieren.