Die EU-Kommission hat den Weg für die finanzielle Unterstützung der angeschlagenen Meyer Werft durch Niedersachsen und den Bund geebnet. Dabei steht die Produktion und der Verkauf von Kreuzfahrtschiffen im Fokus. "Es bestehen keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken," bestätigte die Kommission, ein beruhigendes Signal für die Zukunft der Werft.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil blickt optimistisch in die Zukunft: "Jetzt können wir gemeinsam mit dem Bund die Werft in eine stabile Zukunft begleiten." Trotz der noch vor der Werft liegenden Herausforderungen, zeigt sich der Ministerpräsident zuversichtlich, da die Werft mit einem Auftragsvolumen von über elf Milliarden Euro glänzen kann. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der Meyer Werft für insgesamt rund 20.000 Arbeitsplätze deutschlandweit.
Noch vor Weihnachten planen sowohl der Bund als auch das Land Niedersachsen, ihre finanziellen Beiträge zu leisten. Wirtschaftsminister Olaf Lies äußerte seine Freude über die schnelle Entscheidung der EU-Kommission: "Eine positive Nachricht kurz vor den Feiertagen." Meyer Werft dankte der Kommission für die zügige Beurteilung und betonte, dass nun der Weg für die Umsetzung des Sanierungsplans frei sei.
Der Bund und das Land investieren jeweils 200 Millionen Euro, um gemeinsam 80,73 Prozent der Anteile an der Meyer Werft und der Neptun Werft in Rostock zu erwerben. Zusätzlich garantieren sie 80 Prozent eines Kreditrahmens von 2,6 Milliarden Euro. Diese Maßnahmen sind jedoch zeitlich begrenzt, mit einem geplanten Rückzug in die private Hand nach erfolgreicher Sanierung.
Die Corona-Pandemie führte zu einer finanziellen Schieflage des traditionsreichen Unternehmens, das auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen spezialisiert ist. Trotz voller Auftragsbücher sind Anpassungen an gestiegene Energie- und Rohstoffpreise oft nicht enthalten. Ein Arbeitsplatzabbau von 340 Stellen ist im Rahmen eines freiwilligen Programms vorgesehen, was zu angespannter Stimmung unter den Mitarbeitern führt.
Wirtschaftsminister Robert Habeck betont die systemische Bedeutung der Meyer Werft für die maritime Wirtschaft sowie für die Energiewende. Die Werft hat den Bau von Stahlkomponenten für Offshore-Windparks aufgenommen und trägt damit zur Entwicklung der erneuerbaren Energien bei.