01. Mai, 2026

Wirtschaft

Rettung für Traditionswerft Harland & Wolff durch Navantia

Rettung für Traditionswerft Harland & Wolff durch Navantia

Die britische Werft Harland & Wolff erfährt mit der Rettung durch den spanischen Rüstungskonzern Navantia einen neuen Aufschwung. Auf Druck der britischen Regierung wird Navantia beeindruckende 1.200 Arbeitsplätze in den vier Werften der H&W schützen. Diese befinden sich in Nordirland, Schottland und Devon. Im Zuge dessen wird Navantia alle ausstehenden Lohnzahlungen der Mitarbeiter übernehmen und die Werften kaufen.

Dafür gewährt das Vereinigte Königreich verbesserte Konditionen bei einem Vertrag im Wert von 1,6 Milliarden Pfund über den Bau von drei Versorgungsschiffen für die Royal Navy. Details zu den neuen Vertragsbedingungen sind derzeit jedoch noch nicht bekannt. Trotz des Engagements steht noch eine offizielle Stellungnahme von Navantia aus, und auch Russell Downs, Restrukturierungsexperte und interimistischer Vorstandsvorsitzender von H&W, hat bislang nicht geantwortet.

Die Rettung von H&W stellt die erste Bewährungsprobe der neuen Industriepolitik der Labour-Regierung dar. Das Unternehmen hatte mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, nachdem die Aktien der Muttergesellschaft im Juli suspendiert wurden und ein beantragtes Darlehen in Höhe von 200 Millionen Pfund abgelehnt worden war. Um einen Verlust der Arbeitsplätze zu verhindern, führte Jonathan Reynolds, der Arbeitsminister der Labour-Partei, intensive Verhandlungen.

Im Zuge der Verhandlungen zwischen Navantia und H&W sollen die neuen Schiffe in den Werften in Belfast und Appledore sowie im spanischen Cádiz gebaut werden. Die Endmontage erfolgt in Belfast, was zugleich auch das erste Schiff sein wird, das dort seit über 20 Jahren fertiggestellt wird.

Der finanzielle Erfolg von H&W war im Jahr 2023 beeindruckend, mit einer Verdreifachung des Umsatzes und einer Reduzierung der Verluste. Dennoch belasten hohe Zinszahlungen an den US-Hedgefonds Riverstone Credit Management das Unternehmen.

Matt Roberts von der GMB-Gewerkschaft kommentierte die Nachrichten positiv, warnte jedoch vor weiterhin bestehenden Herausforderungen. Er fordert Investitionen in lokale Fähigkeiten und Infrastrukturen, um den Erfolg der Rettung nachhaltig zu sichern.