Die Sozialversicherung in den USA, ein System, bei dem jeder durch Gehaltsabgaben teilnimmt und später Leistungen erhält, ist bekanntermaßen ein universelles System. Doch das Bundesgesetz sieht Ausnahmen vor, die zu Abzüge bei den Leistungen führen können. Zu den ausgenommenen Berufsgruppen zählen unter anderem zivile Bundesangestellte, die vor 1984 eingestellt wurden, und unter das Altertumsversorgungssystem des öffentlichen Dienstes fallen, sowie Staats- und Kommunalbeamte, die sich von den Sozialversicherungsbeiträgen befreien lassen können. Auch Eisenbahner und einige Geistliche dürfen sich dem System entziehen. Die neuesten Schätzungen des Congressional Research Service zeigen, dass im Dezember 2023 etwa 745.679 Menschen, also rund 1 % der Sozialversicherungsbezieher, von der reduzierten Leistung aufgrund des Government Pension Offset betroffen waren. Gleichzeitig traf die Windfall Elimination Provision rund 2,1 Millionen Menschen oder 3 % der Bezieher. Besonders stark könnte die Bevölkerung von Staats- und Kommunalangestellten betroffen sein, deren Leistungen in der Zukunft beeinflusst werden könnten. Ab Januar 2024 sollen geplante Änderungen in Kraft treten, sofern der Kongress den Zeitplan einhält. Dies könnte bedeuten, dass die Sozialversicherungsbehörde rückwirkende Zahlungen leisten muss. Der Congressional Budget Office (CBO) schätzt, dass die Streichung der Windfall Elimination Provision die monatlichen Leistungen um durchschnittlich 360 US-Dollar erhöhen würde. Die Abschaffung des Government Pension Offset würde in bestimmten Fällen sogar noch größere Erhöhungen bewirken. Die sozialversicherungsbezogenen Mehrausgaben werden auf rund 198 Milliarden US-Dollar für die Jahre 2024 bis 2034 geschätzt. Die Sozialversicherungstrusts stehen bereits unter Druck und könnten ab 2035 nicht mehr die vollen Leistungen decken. Dennoch wird die Maßnahme unter Gesichtspunkten der Fairness von ihren Befürwortern unterstützt. Ob eine aktive Handlung der Leistungsempfänger erforderlich sein wird, bleibt abzuwarten. Während die Vorschläge im Capitol Hill einfach erscheinen, sind die konkreten Auswirkungen auf die Auszahlung für Millionen von Leistungsempfängern noch unklar. Erforderliche Anpassungen könnten sowohl automatisiert als auch durch individuelle Prüfung durch Bundesangestellte erfolgen müssen. Neue Begünstigte, vor allem bei spousal benefits, müssten womöglich einen Antrag auf die Leistungen stellen. All dies passiert in einem Umfeld, in dem die Sozialversicherungsbehörde aufgrund unzureichender Finanzierung und erhöhter Arbeitslast durch die Babyboomer-Generation mit einem verringerten Personalbestand arbeitet. Die Gesetzesänderungen könnten daher erhebliche Verzögerungen bei der Auszahlung verursachen.
Wirtschaft
Rente im Wandel: Anpassungen bei der Sozialversicherung im Fokus