Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, hat jüngst ein vehementes Vorgehen gegen die Verwendung süßer Aromastoffe in E-Zigaretten gefordert. Der CDU-Politiker kritisierte die Vermarktungsstrategien dieser nikotinhaltigen Produkte scharf, da sie mit bonbonähnlichen Aromen und bunten Verpackungen insbesondere jüngere Zielgruppen ansprechen. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland betonte Streeck deutlich: "Es handelt sich hierbei keineswegs um Freiheit, sondern um eine bewusste Strategie zur Suchtanbahnung."
Streeck beanstandet, dass durch die Anlehnung an die Welt von Süßigkeiten und Snacks die Suchtgefahr verharmlost werde. Er unterstreicht, dass ein solches Marketing nicht mit den Grundsätzen des Gesundheits- und Jugendschutzes vereinbar sei und rigoroser Maßnahmen bedürfe. Als Teil dieser Bemühungen wird von der Bundesregierung bereits die Vorbereitung eines Verbots von 13 Aromastoffen und Kühlmitteln in E-Zigaretten diskutiert. Zu diesen Stoffen zählt auch Menthol, das in herkömmlichen Zigaretten bereits seit 2020 EU-weit verboten ist.
Jedoch stößt dieser Vorstoß auch auf Widerstand. Der renommierte Frankfurter Suchtforscher Heino Stöver äußerte Zweifel an der wissenschaftlichen Fundierung der geplanten Verbote. Seiner Ansicht nach stützen sich diese Regelungen auf eine unzureichende Datenbasis, die einen derart deutlichen Eingriff nicht rechtfertigen würde. Stöver argumentiert, dass E-Zigaretten als weniger schädliche Alternative für Raucher betrachtet werden sollten, die den Wunsch haben, vom Nikotinkonsum loszukommen. Auch wenn die gesundheitlichen Risiken von E-Zigaretten nicht außer Acht gelassen werden dürfen, hebt er hervor, dass diese bis zu 95 Prozent weniger Schadstoffe als herkömmliche Zigaretten enthalten.
Abschließend kommt Stöver auf das wesentliche Problem zu sprechen: "Die Gefahr liegt nicht im Nikotin selbst, sondern in den Schadstoffen, die beim Verbrennen von Zigaretten freigesetzt werden." Trotz der gesundheitlichen Bedenken befürwortet er daher eine differenziertere Betrachtung von E-Zigaretten, die potenziell als Mittel zum Ausstieg aus dem raucherassoziierten Schadstoffkonsum dienen könnten.