16. Januar, 2026

Wirtschaft

Reform des Führerscheinwesens: Chancen und Herausforderungen für Fahrschulen

Die vom Verkehrsminister Patrick Schnieder geplante Reform zur Senkung der Kosten für den Führerscheinerwerb stellt Fahrschulen in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen. Kurt Bartels, der stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, berichtet von einer spürbaren Zurückhaltung bei den Neuanmeldungen von Fahrschülern, seit die Reformmaßnahmen angekündigt wurden. Diese Verunsicherung könnte in Zukunft zu drastischen Konsequenzen wie Kurzarbeit oder sogar Insolvenzen führen, falls keine Anpassungen erfolgen.

Die im Oktober des vergangenen Jahres präsentierten Reformvorschläge verfolgen das Ziel, Mobilität für eine größere Bevölkerungsgruppe erschwinglicher zu gestalten. Der CDU-Politiker Patrick Schnieder wies darauf hin, dass die aktuelle finanzielle Belastung von rund 3.400 Euro für den Erwerb eines Führerscheins für viele Bürger eine erhebliche Herausforderung darstellt. Zu den geplanten Maßnahmen gehören die verstärkte Nutzung digitaler Lernlösungen, ein vermehrter Einsatz von Fahrsimulatoren sowie eine Reduzierung der Anzahl obligatorischer Sonderfahrten, während die Sicherheitsstandards dennoch unverändert hoch bleiben sollen.

Trotz der angekündigten Reformen rät Schnieder den Bürgern im „Morgenmagazin“ der ARD, nicht auf die Umsetzung dieser Pläne zu warten, sondern den Führerschein bei bestehendem Bedarf zeitnah zu erwerben. Er unterstrich, dass durch die geplanten Änderungen nicht plötzlich ein neuer Preis für den Führerschein definiert wird. Vielmehr ist es erforderlich, dass Bund und Länder gemeinsam die Basis für eine langfristige Entlastung bei den Kosten schaffen.

Kurt Bartels betont, dass vor allem die gestiegenen Personal- und Energiekosten maßgebliche Treiber der Kostensteigerungen für Fahrschulen darstellen, was wiederum an die Kunden weitergegeben werden muss. Eine kontinuierliche Ausbildung ohne lange Unterbrechungen könnte zur Senkung der Kosten beitragen, ähnlich wie das Modell des begleiteten Fahrens mit 17 Jahren, welches positive Auswirkungen zeigt. Darüber hinaus sieht Bartels in der Möglichkeit, die Führerscheinkosten steuerlich absetzen zu können, einen potenziellen Ansatz, um die finanzielle Belastung für angehende Fahrschüler weiter zu reduzieren. Eine solche steuerliche Erleichterung könnte einen signifikanten Anreiz schaffen, die Zahl der Fahrschüler wieder zu erhöhen.