16. September, 2026

Recht auf Vergessenwerden

Recht auf Vergessenwerden (Right to be Forgotten) - Definition

Das Recht auf Vergessenwerden ist ein Datenschutzkonzept, das es Einzelpersonen ermöglicht, bestimmte Informationen über sich aus dem Internet zu entfernen. Es basiert auf dem Glauben, dass Personen das Recht haben sollten, die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu behalten und vergangene Ereignisse, die nicht mehr relevant sind, zu vergessen.

Dieses Konzept wurde erstmals 2014 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in einem wegweisenden Urteil anerkannt. Das Urteil legte fest, dass Suchmaschinenbetreiber wie Google verpflichtet sind, Suchergebnisse zu entfernen, die personenbezogene Daten enthalten und das Privatleben einer Person beeinträchtigen.

Das Recht auf Vergessenwerden zielt darauf ab, den Schutz der Privatsphäre und der persönlichen Freiheit zu stärken. Es ermöglicht Personen, ihre digitalen Fußabdrücke zu kontrollieren und bestimmte Informationen, die für ihre gegenwärtigen Umstände irrelevant oder schädlich sind, zu löschen.

Die Anwendung des Rechts auf Vergessenwerden ist jedoch nicht absolut. Das Gericht hat klargestellt, dass das öffentliche Interesse und das Recht auf Informationsfreiheit gegeneinander abgewogen werden müssen. Einzelfälle werden nach bestimmten Kriterien bewertet, wie beispielsweise das Vorhandensein eines öffentlichen Amtes, die Art der Informationen, die Sensibilität der Daten und den Zeitfaktor seit der Veröffentlichung.

Um das Recht auf Vergessenwerden geltend zu machen, müssen betroffene Personen eine formale Anfrage an den Datenverantwortlichen stellen, normalerweise den Suchmaschinenbetreiber. Die Anfrage sollte die spezifischen URLs oder Links enthalten, die entfernt werden sollen, und eine Begründung, warum diese Informationen nicht mehr relevant oder angemessen sind.

In der digitalen Ära gewinnt das Recht auf Vergessenwerden immer mehr an Bedeutung. Es stellt sicher, dass Menschen die Möglichkeit haben, ihre Online-Identität zu gestalten und sich von vergangenen Ereignissen zu distanzieren, die sie als belastend oder unpassend empfinden.