In einer aktuellen Erhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigen sich die Konsumenten der Eurozone hinsichtlich ihrer kurzfristigen Inflationserwartungen für den Monat November weitgehend unbeeindruckt von den Analystenschätzungen. Laut den Ergebnissen der Umfrage erwartet die Mehrheit der Verbraucher innerhalb der nächsten zwölf Monate einen Anstieg der Preise um 2,8 Prozent. Diese Einschätzung bleibt im Vergleich zum Vormonat unverändert und weicht von der Prognose der Analysten ab, die einen marginalen Rückgang der Rate auf 2,7 Prozent erwartet hatten.
Im Hinblick auf die längerfristigen Inflationserwartungen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Die Konsumenten gehen davon aus, dass die Preise in den nächsten drei Jahren stabil um 2,5 Prozent steigen werden, was den bisherigen Erwartungen entspricht. Diese Einschätzungen stützen sich auf eine detaillierte monatliche Online-Befragung der EZB, bei der zirka 19.000 Verbraucher aus elf Eurozonen-Ländern ihre Einschätzungen zur zukünftigen Preisentwicklung abgeben. Solche Erwartungen sind für die EZB von zentraler Bedeutung, da sie einen maßgeblichen Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung der Geldpolitik haben.
Zum Abschluss des Jahres berichtete die EZB, dass die Inflationsrate in der Eurozone für den Monat Dezember bei 2,0 Prozent lag und damit genau dem mittelfristigen Inflationsziel der Zentralbank entsprach. Angesichts dieser Lage wird spekuliert, dass die EZB ihre Leitzinsen im kommenden Jahr zunächst unverändert lassen könnte, um eine wirtschaftliche Stabilität in der Region sicherzustellen. Die festgestellten Stabilitäten in den Inflationserwartungen könnten also auch Einfluss auf die geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbank nehmen, insbesondere im Kontext der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen, die die Entscheidungsträger weiterhin herausfordern.