14. Juli, 2026

Post-Porto steigt, Zustellung wird langsamer – lohnt die DHL-Aktie trotzdem?

Briefe werden teurer und langsamer zugestellt, während die DHL Group auf eine Erholung ihrer Aktie setzt. Analysten sehen Chancen, doch Geduld ist gefragt.

Post-Porto steigt, Zustellung wird langsamer – lohnt die DHL-Aktie trotzdem?
Mit steigenden Preisen und längeren Wartezeiten strapaziert die Deutsche Post ihre Kunden. Ist das der Weg zur Kostensenkung auf Kosten der Nutzer?

Briefe kosten mehr – und lassen auf sich warten

Das neue Jahr startet für Briefversender in Deutschland mit einer doppelten Herausforderung: höhere Portokosten und längere Zustellzeiten. Der Preis für einen Standardbrief bis 20 Gramm steigt um 10 Cent auf 95 Cent, ebenso verteuern sich andere Formate wie der Kompaktbrief (1,10 Euro) und der Großbrief (1,80 Euro).

Postkarten sind nun mit 95 Cent ebenso teuer wie Standardbriefe – ein Sprung um satte 25 Cent.

Doch damit nicht genug: Auch die Zustellung wird langsamer. Ab sofort müssen nur noch 95 Prozent der Briefe innerhalb von drei Werktagen ihr Ziel erreichen, während zuvor 80 Prozent bereits am nächsten Werktag zugestellt werden mussten. Die Deutsche Post kann so ihre Prozesse entspannen und Kosten senken, plant jedoch, die Umstellung bis spätestens 2027 schrittweise umzusetzen.


DHL Group: Analysten sind vorsichtig optimistisch

Die Aktie der DHL Group (ehemals Deutsche Post) startet das Jahr mit einem leichten Plus. Nachdem sie in den vergangenen Monaten stark unter Druck geraten war, bewerten Analysten die Bonner Logistiksparte zunehmend optimistisch.

Alexander Irving vom US-Analysehaus Bernstein Research hält die DHL Group für einen der interessantesten Logistiktitel Europas für 2025, insbesondere aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Bewertung.

Zwar wurde das Kursziel von 42,50 Euro auf 41 Euro gesenkt, doch die Einstufung bleibt auf „Outperform“. Eine nachhaltige Geschäftserholung, von der DHL stark profitieren könnte, lässt jedoch noch auf sich warten.


Geduld gefragt – auch bei der Aktie

Die Rückeroberung der Marke von 34 Euro ist der Aktie der DHL Group in den letzten Wochen gelungen. Doch der erhoffte Befreiungsschlag bleibt aus. Analysten sehen den nächsten wichtigen Meilenstein bei 36 Euro – erst dann könnte sich eine klare Trendwende abzeichnen. Bis dahin raten Experten zur Zurückhaltung. Ein Einstieg drängt sich derzeit nicht auf, denn die Unsicherheiten im Logistiksektor und der scharfe Wettbewerb – etwa durch den US-Konkurrenten FedEx – bleiben bestehen.


Höhere Preise, längere Wartezeiten, schwache Erholung

Während Briefe teurer und langsamer werden, zeigt sich die DHL-Aktie noch nicht von ihrer besten Seite. Für Anleger, die auf eine Erholung setzen, bleibt Geduld das Gebot der Stunde.

Die fundamentalen Aussichten des Unternehmens sind solide, doch erst eine klare Marktbelebung könnte das Papier wieder in Schwung bringen.