10. Januar, 2026

Wirtschaft

Positive Entwicklung: Deutsche Industrie zeigt Anzeichen einer Erholung

Die deutsche Industrie erlebt derzeit eine signifikante Erholungsphase nach einer langen Periode der Herausforderungen und Unsicherheiten. Im November verzeichneten die Sektoren Industrie, Bau und Energieversorgung zum dritten Mal in Folge einen unerwarteten Anstieg in der Produktion. Von besonderer Bedeutung ist hierbei der Aufschwung im Automobilsektor, während der exportorientierte Handel mit den Vereinigten Staaten weiterhin Schwächen zeigt. Trotz dieser Belastungen blicken Ökonomen mit Optimismus in die Zukunft und prognostizieren für das kommende Jahr eine positive wirtschaftliche Entwicklung.

Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg betont, dass die jüngsten Entwicklungen einen klaren Aufwärtstrend in der Industriekonjunktur andeuten. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank in Liechtenstein, prognostiziert sogar ein signifikantes Wirtschaftswachstum in Deutschland bis Ende 2025. Er unterstreicht dabei die Hoffnung auf eine stabil bleibende Auftragslage und eine Steigerung der Exporte, als Schlüsselfaktoren für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung.

Im November konnte insbesondere die Industrieproduktion mit einem Anstieg von 2,1 Prozent punkten, angetrieben durch die starke Performance der Automobilbranche und den Maschinenbau. Hingegen verzeichneten die Bereiche Energieerzeugung und Bau leichte Rückgänge. Diese positive Entwicklung überraschte viele Experten, die ursprünglich mit einem Produktionsrückgang gerechnet hatten. Dennoch steht die Exportwirtschaft vor Herausforderungen, da die Exporte um 2,5 Prozent auf 128 Milliarden Euro zurückgingen. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten waren aufgrund der von Präsident Trump verhängten Zölle besonders stark rückläufig.

Marc Schattenberg von der Deutschen Bank hebt hervor, dass die Schwierigkeiten im Handel mit den USA die zuvor robuste deutsche Exportwirtschaft belasten. Volker Treier vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) identifiziert in den Handelsbeziehungen zu den USA eine anhaltende Herausforderung, auch wenn die Beziehungen zu China sich zu verbessern scheinen. Gleichzeitig sieht Treier die gestiegenen Importe und die höhere Industrieproduktion als positive Zeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft.

Nils Jannsen vom Kieler Institut für Weltwirtschaft merkt an, dass die aktuelle Industrieproduktion immer noch unter dem Niveau von 2018 liegt, wenngleich Investitionen in Rüstungs- und Infrastrukturprojekte neues Wachstumspotential bieten könnten. Carsten Brzeski von der ING Bank sieht in der industriellen Wende und den Konjunkturpaketen eine Möglichkeit für wirtschaftliches Wachstum, trotz der gedämpften Exportzahlen und des verhältnismäßig schwachen privaten Konsums.