Die Papiere der Porsche AG sind heute nach der Veröffentlichung der Absatzzahlen für das vergangene Jahr auf ein Rekordtief abgesackt. Besonders die Absatzschwäche in China hat den Aktienkurs belastet und auch den gesamten europäischen Autosektor beeinflusst, der bereits im freundlichen Börsenumfeld wenig gefragt war.
Gegen Mittag verloren die Porsche-Anteile als Schlusslicht im Dax 2,0 Prozent und notierten bei 75,82 Euro. Zeitweise erreichten sie mit 75,70 Euro den tiefsten Stand seit dem Börsengang im Herbst 2022. Der Kursverfall der Aktie setzt sich bereits seit über einem halben Jahr fort. Ende Mai 2023 wurde noch ein Rekordhoch von 120,80 Euro verzeichnet. Der Verlust der Aktie beläuft sich seitdem auf 37 Prozent.
Auch andere deutsche Autowerte zeigten zum Ende der Woche eine leichte Abschwächung. VW und BMW gaben moderat nach, während Mercedes-Benz sich stabil hielt. Renault in Paris präsentierte sich schwach, während Stellantis moderat zulegte, jedoch im Vergleich zum Gesamtmarkt unterdurchschnittlich performte.
Marktexperte Andreas Lipkow kommentiert die Situation bei Porsche folgendermaßen: Die Investoren hätten wohl auf eine schnelle Erholung im Autosektor durch eine steigende Nachfrage in China gehofft. Jedoch passe die Aussage von Porsche nicht in den bereits seit Oktober 2022 laufenden Recovery Trade für die Europäische Wirtschaftsunion. Die Absatzprobleme von Porsche in China verdeutlichen die schwierige Lage auf diesem wichtigen Absatzmarkt für den Sportwagenhersteller. Obwohl der Absatz 2023 in fast allen Weltregionen gestiegen sei, sei der wichtigste Automarkt China eingebrochen.
UBS-Analyst Patrick Hummel weist in einer aktuellen Branchenstudie auf Porsche hin, dass das Unternehmen keine Kompromisse bei der Preisgestaltung eingehen möchte, was es schwierig macht, die Absatzschwäche in China durch Wachstum in anderen Regionen auszugleichen. Aus diesem Grund senkt Hummel seine Umsatzprognose für 2024 und auch sein Kursziel für die Aktie von 115 auf 104 Euro. Er erwartet zudem insgesamt sinkende Konsensschätzungen für Porsche aufgrund der Schwäche in China und Verzögerungen beim Marktstart neuer Modelle. Dennoch behält er sein Anlageurteil 'Buy' bei.