18. Februar, 2026

Politik

Politologe plädiert für erhöhten Druck auf Russland: Dialoge allein sichern keinen Frieden in der Ukraine

Im Kontext der laufenden Friedensverhandlungen in Genf hat der Politikwissenschaftler und Sicherheitsexperte Nico Lange seine kritische Sichtweise zur Rolle der internationalen Vermittler beim anhaltenden Konflikt zwischen der Ukraine und Russland geäußert. Lange zufolge sei ein bedingungsloser Waffenstillstand seitens der Ukraine theoretisch bereits seit März 2025 möglich. Allerdings erfordere dies einen intensiveren internationalen Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin, um tatsächliche Fortschritte zu erzielen. In einem Interview mit dem Inforadio des RBB machte Lange deutlich, dass "ein bloßes Gespräch mit Putin nicht ausreiche", um den Konflikt zu entschärfen.

Die bisherigen Gespräche in Genf, die unter der Vermittlung des US-Sondergesandten Steve Witkoff stehen, haben nach dem ersten Verhandlungstag noch keine nennenswerten Ergebnisse hervorgebracht. Auch Verhandlungen in Abu Dhabi konnten bisher keine entscheidenden Durchbrüche erzielen. Währenddessen unternimmt US-Präsident Donald Trump weiterhin Anstrengungen, die Konfliktparteien zu einer friedlichen Einigung zu bewegen, um dem seit Februar 2022 andauernden Konflikt ein Ende zu setzen. Dieser Konflikt hat die Ukraine, die durch westliche Unterstützung gestärkt wird, in eine anhaltende Konfrontation mit Russland geführt.

Der Politologe Lange äußerte sich jedoch skeptisch und hinterfragte, ob die derzeitigen diplomatischen Bemühungen tatsächlich den ersehnten Frieden herbeiführen können. Er kritisierte insbesondere die Rolle der USA als vermeintlich neutraler Vermittler in einem Konflikt, der durch ein offensichtliches Machtungleichgewicht gekennzeichnet sei. Lange forderte stattdessen eine intensivere Unterstützung der Ukraine, insbesondere in Form einer verbesserten militärischen Ausstattung, um dem Land die Möglichkeit zu geben, sich effektiv gegen die russische Aggression zu verteidigen.

"Frieden wird nicht durch ein Wunder oder bloßes Zusehen erreicht", erklärte Lange und betonte, dass es entscheidend sei, der Ukraine die notwendigen Mittel zur Selbstverteidigung zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig hob er die Notwendigkeit hervor, die finanzielle Unterstützung Russlands im Kriegskontext zu unterbinden. Diese Kombination aus militärischer Unterstützung und wirtschaftlichem Druck sei essentiell, um einen nachhaltigen Frieden in der Region zu sichern und die aggressive Expansion Russlands zu stoppen.