10. Mai, 2026

Wirtschaft

Polens Fertigungssektor: Rückkehr in die Schrumpfzone trotz Beschäftigungswachstum

Polens Fertigungssektor: Rückkehr in die Schrumpfzone trotz Beschäftigungswachstum

Der polnische Fertigungssektor muss im November einen erneuten Rückgang verkraften, da die Auftragseingänge mit der höchsten Geschwindigkeit seit drei Monaten sanken und somit die Produktion wieder ins Minus drückten. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage von S&P Global hervor. Der Poland Manufacturing Purchasing Managers' Index (PMI) fiel von 49,2 im Oktober auf 48,9 im November, was den ersten Rückgang seit fünf Monaten markiert. Ein Wert unter 50 signalisiert dabei eine Kontraktion der Aktivität. Der Abwärtstrend bei den Bestellungen setzte sich fort, da die Schwäche der europäischen Nachfrage – insbesondere aus Deutschland – anhält. Diese Abnahme, die im März 2022 begann, ist die längste in der Geschichte der Umfrage. Trevor Balchin von S&P Global Market Intelligence erklärt, dass der PMI im November aufgrund eines stärkeren Rückgangs bei den neuen Aufträgen nachgab, was zur Folge hatte, dass die Hersteller den kurzen Produktionsanstieg im Oktober nicht aufrechterhalten konnten. Trotz der schwierigen Lage stieg die Beschäftigung im Sektor im zweiten Monat in Folge, mit der stärksten Einstellungsrate seit Februar 2022. Unternehmen stellen vermehrt Vollzeitkräfte ein, um ihre Kapazitäten zu erhöhen. Gleichzeitig nimmt der Preisdruck merklich ab, da die Inputpreise zum sechsten Mal in diesem Jahr fielen und die Verkaufspreise mit der höchsten Rate seit Oktober 2023 gesenkt wurden. Firmen berichten von intensivem Preiswettbewerb und niedrigeren Kosten für Rohstoffe wie Metalle und Chemikalien. Der 12-Monats-Ausblick auf die Produktion schwächte sich auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2022, da Sorgen über die europäische Wirtschaft und geopolitische Spannungen das Vertrauen belasten. Dennoch deutet der PMI-Trend darauf hin, dass der Sektor sich einer Erholungsphase nähern könnte, so Balchin.