14. September, 2026

Pissarides

Pissarides (deutsch: Pissarides-Marktplatz-Suchmodell) ist ein ökonomisches Konzept, das von Christopher Pissarides entwickelt wurde und in der Volkswirtschaftslehre eine bedeutende Rolle spielt. Insbesondere in der Arbeitsmarktökonomie findet dieses Modell große Anwendung, um die Funktionsweise des Arbeitsmarktes und die Dynamik von Arbeitslosigkeit und Arbeitsplatzsuche zu erklären.

Das Pissarides-Marktplatz-Suchmodell basiert auf der Annahme, dass der Arbeitsmarkt einem Markt für Gebrauchtgüter ähnelt. Die Arbeitnehmer agieren dabei als Verkäufer, die ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt anbieten, während Unternehmen als Käufer auftreten, die nach geeigneten Arbeitskräften suchen. Der Arbeitsmarkt wird somit als ein Marktplatz für Arbeitskräfte beschrieben.

Die zentrale Idee des Modells besteht darin, dass sowohl Arbeitnehmer als auch Unternehmen Kosten für die Suche nach geeigneten Arbeitsplatzangeboten bzw. Arbeitskräften tragen. Diese Transaktionskosten werden als Reibungsarbeitslosigkeit bezeichnet und erklären, warum es trotz vorhandener Arbeitsplätze zu Arbeitslosigkeit kommen kann. Zudem spielt die Unsicherheit über passende Jobangebote und Arbeiterqualifikationen eine wesentliche Rolle in diesem Modell.

Das Pissarides-Marktplatz-Suchmodell legt nahe, dass Arbeitslosigkeit aufgrund von Reibungsarbeitslosigkeit ein notwendiges Phänomen auf dem Arbeitsmarkt ist. Wenn Arbeitslosigkeit entsteht, dauert es eine gewisse Zeit für Arbeitnehmer, passende Arbeitsplätze zu finden, und für Unternehmen, geeignete Arbeitskräfte einzustellen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht kann Reibungsarbeitslosigkeit sogar als recht positiv angesehen werden, da sie den Arbeitsmarkt flexibler macht und effizienter auf Veränderungen reagieren lässt.

Um die Wirkung verschiedener arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischer Maßnahmen zu analysieren, hat sich das Pissarides-Marktplatz-Suchmodell als äußerst nützlich erwiesen. Es ermöglicht die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Arbeitslosenquote, Stellensuchdauer und anderen relevanten Variablen. Insbesondere Politikempfehlungen zur Arbeitsmarktregulierung können mithilfe dieses Modells effektiver gestaltet werden.

Insgesamt ist das Pissarides-Marktplatz-Suchmodell ein bedeutendes Werkzeug in der Arbeitsmarktökonomie, das dazu beiträgt, die Komplexität des Arbeitsmarktes besser zu verstehen und arbeitsmarktpolitische Entscheidungen auf eine fundierte Grundlage zu stellen.

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