22. Januar, 2026

Wirtschaft

Pflegeheimkosten weiterhin im Anstieg: Regionale Belastungen im Fokus

Die finanzielle Belastung für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen in Deutschland steigt weiterhin kontinuierlich an. Laut aktuellen Daten des Verbands der Ersatzkassen betrug der Eigenanteil, den Pflegebedürftige zu Beginn des Jahres im bundesweiten Durchschnitt für ihren ersten Aufenthalt im Pflegeheim selbst aufbringen mussten, 3.245 Euro pro Monat. Dies entspricht einem Anstieg um 137 Euro im Vergleich zum Juli 2025 und einer Erhöhung um 261 Euro seit Jahresbeginn 2024.

In diesen Kosten sind lediglich die Eigenanteile für Pflege und Betreuung enthalten. Die Pflegeversicherung übernimmt, im Gegensatz zur Krankenversicherung, lediglich einen Teil dieser Ausgaben. Zusätzlich müssen Bewohner für Unterkunft, Verpflegung, Investitionen in die Einrichtungen sowie für Umlagen zur Deckung der Ausbildungskosten aufkommen, was die finanzielle Belastung weiter erhöht.

Bemerkenswert sind die regionalen Unterschiede bei den Kosten für Pflegeheimplätze. So verzeichneten Bremen und das Saarland mit 3.637 Euro beziehungsweise 3.601 Euro die höchsten monatlichen Belastungen. Im Gegensatz dazu waren die Kosten in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro und in Mecklenburg-Vorpommern sowie Niedersachsen mit jeweils 2.903 Euro am niedrigsten.

Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassenverbands, unterstrich die dringende Notwendigkeit einer nachhaltigen Reform der Pflegefinanzierung. Sie hob hervor, dass die Heimbewohner dringend von den staatlich verursachten Investitions- und Ausbildungskosten entlastet werden müssen. In diesem Zusammenhang forderte Elsner die Bundesländer dazu auf, diese Kosten zu übernehmen, um die finanzielle Belastung für die Betroffenen zu senken. Die Bundesregierung plant bereits für dieses Jahr weitreichende Reformen in der Pflegefinanzierung, um diesen Herausforderungen entgegenzutreten.

Pflegebedürftige können, abhängig von der Aufenthaltsdauer im Heim, von speziellen Entlastungszuschlägen profitieren, die den Eigenanteil an den Pflegekosten mindern. Diese Entlastung beträgt im ersten Jahr 15 Prozent, im zweiten Jahr 30 Prozent, im dritten Jahr 50 Prozent und ab dem vierten Jahr 75 Prozent. Trotz des höchsten möglichen Zuschlags im vierten Jahr stieg die Gesamtbelastung auf durchschnittlich 2.056 Euro, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 128 Euro entspricht. Diese Entwicklung verdeutlicht die Dringlichkeit einer systematischen Neuordnung der Pflegeleistungen und -kosten, um eine tragbare Lösung für Pflegebedürftige zu schaffen.