Nach mehrtägigem Ausstand kündigen die Mitarbeiter diverser Zulieferbetriebe des Ford-Werks in Saarlouis an, ihre Streikaktion vorläufig zu beenden und ab dem kommenden Donnerstag ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Zu dieser Entwicklung kam es, nachdem die betroffenen Betriebe Zugeständnisse gemacht hatten, die dazu führten, dass Tarifverhandlungen wieder aufgenommen werden. Ralf Cavelius von der IG Metall Völklingen, welcher als zweiter Bevollmächtigter aktuell die Verhandlungen leitet, betrachtet diesen Zwischenstand als ein 'Etappenziel' und zeigt sich zuversichtlich, dass die Gespräche bald zu einem positiven Abschluss gebracht werden können. Die Warnung jedoch, dass der Streik auch kurzfristig wieder beginnen könnte, schwebt weiterhin wie ein Damoklesschwert über den Verhandlungen; eine Fortsetzung des Streiks würde jedoch frühestens am folgenden Montag erfolgen. Damit setzt sich die Gewerkschaft selbst eine Frist, innerhalb derer eine Einigung erzielt werden soll. Bereits am vergangenen Freitag hatte die IG Metall rund 500 Mitarbeiter von fünf Unternehmen zum unbefristeten Ausstand aufgerufen, was zur Unterbrechung der Produktion im Ford-Werk führte, da dieses auf Zulieferteile angewiesen ist. Mit der Wiederaufnahme der Arbeit bei den Zulieferern könne auch Ford die Produktion wieder aufnehmen, so die Erwartungen. Im Zentrum der Forderungen steht der Abschluss eines Sozialtarifvertrags für die Beschäftigten der Zulieferbetriebe, welcher Abfindungen und Transfergesellschaften beinhaltet. Der Hintergrund ist das von Ford angekündigte Produktionsende in Saarlouis für November 2025. Ein solcher Vertrag wurde für die Mitarbeiter von Ford selbst bereits ausgehandelt, mit Vereinbarungen zu Weiterbeschäftigung, Abfindungen und Qualifizierungsmaßnahmen, sowie der Verschiebung des Produktionsendes des Ford Focus um sechs Monate.
Wirtschaft
Pause im Produktionsprozess: Gewerkschaft und Zulieferer bei Ford finden zurück an den Verhandlungstisch