25. Januar, 2026

Global

Millionen deutsche Steuergelder für Kolumbiens Kühlschränke

Die Bundesregierung investiert massiv in südamerikanische Haushaltsgeräte – eine Analyse der 4,33 Millionen Euro schweren Maßnahme.

Millionen deutsche Steuergelder für Kolumbiens Kühlschränke
Keine direkten Käufe, aber Millionen für Strukturen: So begründet Berlin die 4,33 Mio. Euro Hilfe für Kolumbiens Kältesektor.

Deutsche Steuerzahler haben zwischen 2019 und 2024 unwissentlich den kolumbianischen Kältesektor subventioniert. Wie aus aktuellen Regierungsdaten hervorgeht, flossen exakt 4,33 Millionen Euro an Entwicklungshilfe in ein spezifisches Projekt zur Förderung klimafreundlicher Kühlschränke in dem südamerikanischen Land.

Diese Zahlen basieren auf einer offiziellen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion. Das Projekt, bekannt unter dem Titel „Colombian NAMA for the domestic refrigeration sector“, wurde in Kooperation mit der dänischen Regierung finanziert und wirft Fragen zur Prioritätensetzung deutscher Entwicklungshilfe auf.

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Die Bundesregierung legitimiert die Ausgaben mit globaler Klimaeffizienz

In der Begründung für den Geldfluss argumentiert Berlin mit der Hebelwirkung im Klimaschutz. Veraltete Kühlgeräte in Entwicklungsländern nutzen oft Kältemittel, deren Treibhauspotenzial das von Kohlenstoffdioxid (CO₂) um das Tausendfache übersteigt oder die Ozonschicht direkt schädigt.

Das wirtschaftliche Kalkül der Regierung lautet: Es liegt im nationalen Interesse Deutschlands, globale Treibhausgasemissionen dort zu reduzieren, wo dies zu den geringsten Kosten möglich ist. Die Unterstützung einer „ambitionierten Klimaschutzpolitik“ in Schwellenländern wird somit als indirekte Maßnahme zur Erreichung der eigenen Klimaziele definiert.

Steuergelder fließen in strukturelle Markteingriffe statt Konsumgüter

Entgegen populistischer Annahmen betont das Ministerium, dass keine direkten „privaten Anschaffungskosten der Endverbraucher“ übernommen wurden. Es werden keine Kühlschränke für kolumbianische Haushalte gekauft, sondern systemische Marktstrukturen finanziert.

Konkret umfasst dies die Beratung und Schulung von lokalen Herstellern zur Produktion effizienter, Fluorkohlenwasserstoff-freier Geräte. Zudem flossen die Mittel in den Aufbau von Recyclingstrukturen zur fachgerechten Entsorgung von Altgeräten.

Verantwortlich für die operative Umsetzung war die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Politisch fällt das Projekt in die Verantwortungsbereiche sowohl der CDU-geführten Regierungen bis 2021 als auch der darauffolgenden SPD-Führung.

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