Die Zahlen sind alarmierend und markieren einen der schnellsten Wertverluste der jüngeren Geschichte. Innerhalb von weniger als einer Woche hat der Kryptomarkt laut Daten von CoinGecko rund 467,6 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt. Der Sektor ist von über 4 Billionen Dollar im Oktober auf nur noch rund 2,5 Billionen Dollar zusammengeschrumpft.
Angeführt wird dieser Absturz von Bitcoin. Die Leitwährung fiel am Dienstag auf 72.877 Dollar, das tiefste Niveau seit der Wiederwahl Donald Trumps im November 2024. Trotz kurzer Erholungsversuche in Richtung 74.800 Dollar dominieren die Verkäufer das Marktgeschehen und nutzen jeden Anstieg zum Abverkauf.
Trotz eines pro-Krypto eingestellten Weißen Hauses und institutioneller Nachfrage liegt Bitcoin nun rund 40 Prozent unter dem Rekordhoch von Anfang Oktober. Die Marktdynamik hat sich fundamental gedreht.
Michael Burry identifiziert strukturelle Schwächen und das Scheitern als Inflationsschutz
In diese angespannte Lage stößt Michael Burry mit einer vernichtenden Analyse. In einem aktuellen Substack-Beitrag definiert der prominente Investor Bitcoin nicht als Absicherung, sondern als reine Spekulation. Seine Kernthese ist eindeutig: Als Schutz vor Kaufkraftverlust hat die Kryptowährung im direkten Vergleich zu Edelmetallen versagt.

Burry warnt explizit vor einer sich selbst verstärkenden „Todesspirale“. Sollten die Kurse weiter fallen, geraten die Bilanzen der größten Halter unter massiven Druck. Dies würde Kaskaden-Effekte auslösen, die dem Markt die Liquidität entziehen.
Ein weiterer Kursrutsch bedroht die Solvenz von Strategy Inc. und Minern massiv
Die Analyse benennt konkrete systemische Risiken. Sollte Bitcoin weitere 10 Prozent an Wert verlieren, wäre Strategy Inc. laut Burrys Einschätzung mit Milliardenbeträgen im Minus. Die Konsequenz wäre fatal: Das Unternehmen würde praktisch den Zugang zum Kapitalmarkt verlieren.
Dieser Dominoeffekt würde sich unmittelbar auf das Mining-Sektor auswirken. Sinkende Kurse bei gleichbleibenden Energiekosten treiben Miner in die Insolvenz, was den Verkaufsdruck durch Notverkäufe von Beständen weiter erhöht.
Massive Liquidationen und ETF-Abflüsse signalisieren Panik am Markt
Die Nervosität der Anleger spiegelt sich in den Liquidationsdaten wider. Seit dem 29. Januar wurden laut CoinGlass Positionen im Wert von über 6,67 Milliarden Dollar zwangsliquidiert. Allein in den letzten 24 Stunden summierten sich die Liquidationen auf über 700 Millionen Dollar.
Auch bei den US-Bitcoin-ETFs fehlt jegliche Stabilität. Nach Zuflüssen von 562 Millionen Dollar am Montag wurden am Dienstag prompt 272 Millionen Dollar wieder abgezogen. Dieses erratische Hin und Her verdeutlicht die fehlende Überzeugung der Investoren.
Die Stimmung hat sich fundamental gewandelt. Auf der Prognose-Plattform Polymarket wetten Spekulanten mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent darauf, dass Bitcoin in diesem Jahr auf 65.000 Dollar fällt.
