06. Februar, 2026

Krypto

Die Krypto-Front in Brüssel: Coinbase rollt die Lobby-Walze aus

Nachdem Coinbase-Chef Brian Armstrong die US-Politik mit 100-Millionen-Dollar-Spenden und strategischen X-Posts das Fürchten gelehrt hat, nimmt er nun die Europäische Union ins Visier.

Die Krypto-Front in Brüssel: Coinbase rollt die Lobby-Walze aus
100 Millionen Dollar für politische Macht: Wie Coinbase-Chef Armstrong mit Mega-Spenden die US-Midterms und die europäische Regulierung beeinflussen will.

Brian Armstrong (43) agiert dort mittlerweile fast in Vollzeit als politischer Akteur. Ein einziger Post von ihm auf der Plattform X reichte Anfang 2026 aus, um den US-Senat bei den Verhandlungen zum „Clarity Act“ – einem wichtigen Regulierungsgesetz – zum Stillstand zu bringen. Jetzt wird dieses US-Erfolgsrezept nach Europa exportiert, um die Brüsseler Gesetzgebung in Richtung der Krypto-Interessen zu biegen.

MiCA-Schock: Coinbase kämpft gegen das Zinsverbot

Im Fadenkreuz der europäischen Lobby-Offensive steht vor allem die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets). Diese eigentlich als Fortschritt gefeierte Rahmengesetzgebung enthält für Coinbase und Partner wie Circle bittere Pillen:

  • Stablecoin-Einschränkungen: Emittenten müssen eine E-Geld-Lizenz vorweisen und strenge Reserven halten.
  • Zinsverbot: MiCA untersagt es Plattformen, Renditen auf Stablecoins wie USDC anzubieten. Coinbase musste deshalb bereits im Dezember 2024 sein beliebtes Renditeprogramm für europäische Nutzer einstellen.
  • Delisting-Druck: Da viele Stablecoins (darunter zeitweise auch der Marktführer Tether/USDT) die MiCA-Vorgaben nicht voll erfüllten, droht ihnen das Aus auf EU-Börsen.

Die Lobby-Organisation „Stand with Crypto“ rekrutiert seit Anfang 2026 gezielt Unterstützer in Europa, um gegen diese „Innovationsbremsen“ vorzugehen. Das Ziel: Die Regeln für Stablecoins aufweichen, bevor sie die Marktvorherrschaft von US-gekoppelten Token in Europa dauerhaft schwächen.

Winter-Diplomatie in Abu Dhabi: Trump pokert mit Putin um den Ukraine-Frieden
Drama im Weißen Haus: Kurz vor den entscheidenden Verhandlungen in Abu Dhabi am 4. Februar 2026 richtet US-Präsident Donald Trump einen dramatischen Appell an den Kreml. Während in der Ukraine die Temperaturen auf lebensbedrohliche Werte sinken, lobt Trump Putin für eine einwöchige Feuerpause.

Die 100-Millionen-Dollar-Waffe: Midterms 2026 im Visier

In den USA hat Coinbase bewiesen, dass man politische Macht schlicht kaufen kann. Für den Trump-Wahlkampf und die anstehenden Midterm-Wahlen 2026 hat die Börse allein 100 Millionen Dollar in den Spendenpool des Super-PACs „Fairshake“ gepumpt. Diese Kriegskasse dient dazu, kryptofreundliche Kandidaten zu stützen und Kritiker durch gezielte Gegenkampagnen aus dem Amt zu drängen.

Dieses Modell der finanziellen Mobilisierung soll nun auch in der EU – wenn auch in rechtlich angepasster Form – Schule machen. Armstrong hat erkannt, dass die Kryptobranche zu groß für die politische Nische geworden ist. Sein Ziel ist es, Krypto-Wähler als eigenständigen Block zu organisieren, der bei Wahlen das Zünglein an der Waage spielen kann.

Steuertransparenz 2026: Das Ende der Anonymität

Während Coinbase für Lockerungen kämpft, zieht die EU an anderer Stelle die Zügel an. Ab dem 1. Januar 2026 greifen die neuen Steuertransparenz-Regeln (DAC8). Krypto-Plattformen wie Coinbase müssen dann sämtliche Transaktionsdaten ihrer Nutzer automatisch an die Finanzämter melden.

Für die Lobby-Maschine von Coinbase ist dies ein weiterer Grund zur Eile: Je transparenter und regulierter der Markt wird, desto dringender benötigt die Börse politische Verbündete, die zumindest bei der Produktgestaltung (wie den Stablecoins) Spielräume offenhalten. Armstrongs Botschaft ist klar: Er will nicht mehr nur am Tisch sitzen – er will die Speisekarte schreiben.

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