30. Januar, 2026

Märkte

Österreichische Börse verzeichnet trotz geopolitischer Unsicherheiten Gewinne

Die Wiener Börse beendete die Woche mit einem beeindruckenden Aufschwung und konnte dabei die anhaltenden geopolitischen Spannungen erfolgreich hinter sich lassen. Der Austrian Traded Index (ATX), der als zentraler Leitindex gilt, legte um 0,47 Prozent zu und schloss bei beachtlichen 5.604,90 Punkten. Auch der ATX Prime verzeichnete einen erfreulichen Anstieg um 0,39 Prozent und erreichte 2.779,34 Zähler. Diese positiven Entwicklungen wurden maßgeblich von moderat optimistischen Konjunkturindikatoren begünstigt, welche dazu beitrugen, die Verluste des Vortages auszugleichen.

Im Mittelpunkt der geopolitischen Spannungen bleibt die angespannte Situation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, die weiterhin Besorgnis unter den Investoren schürt. Gleichzeitig sorgte die vorübergehende Entspannung in der Ukraine für etwas Erleichterung an den Märkten. In einer bemerkenswerten diplomatischen Entwicklung konnte US-Präsident Trump von Russland das Versprechen einer vorläufigen Einstellung der Luftangriffe auf Kiew sichern, während sich die Ukraine im Gegenzug bereit zeigte, auf Angriffe gegen russische Raffinerien zu verzichten.

Ökonomisch präsentierte sich das Nachrichtenbild mit gemischten, jedoch hoffnungsvollen Signalen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Österreich stieg im vierten Quartal 2025 um 0,2 Prozent, was im Jahresvergleich einem Plus von 0,7 Prozent entspricht. Auch Deutschland übertraf mit einem BIP-Wachstum von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal die Erwartungen, was auf eine leicht anziehende Konjunktur hindeutet.

Besonders im Fokus stand die Raiffeisen Bank International (RBI), deren Gewinne, ohne Berücksichtigung des Russland-Geschäfts, um bemerkenswerte 48 Prozent stiegen. Trotz der belastenden Verluste im Russland-Geschäft bewertete Erste Group Research den Dividendenvorschlag als positiv überraschend. Analysten zeigen sich optimistisch, dass die RBI-Aktie auch künftig Kursgewinne erzielen könnte.

Weitere bedeutende Unternehmensentwicklungen betrafen Bajaj Mobility, deren Aktien nach Vorlage vorläufiger Geschäftszahlen um 2,86 Prozent zulegten. Die Aktie des Maschinenbauunternehmens Andritz blieb stabil, während das Unternehmen seine Produktionskapazitäten weiter ausbaut. Im Bau- und Bankensektor konnte sich Porr von vorherigen Verlusten erholen, und die schwergewichtigen Aktien der Erste Group verzeichneten ebenfalls Gewinne.

Trotz der überwiegend positiven Stimmung gab es auch Verlierer an der Börse. Die Aktien von Addiko Bank, RHI Magnesita, und Rosenbauer erlitten erhebliche Kursverluste. Ähnliches galt für die OMV, deren Kursziel kürzlich nach unten angepasst wurde, was sich negativ auf die Performance der Aktie auswirkte.