15. März, 2026

Wirtschaft

Ostbeauftragter rät: Unternehmen müssen um Akzeptanz kämpfen

Ostbeauftragter rät: Unternehmen müssen um Akzeptanz kämpfen

In einer Zeit des Wandels sieht der Ostbeauftragte Carsten Schneider eine Verschiebung der Einstellung in Ostdeutschland gegenüber großangelegten industriellen Ansiedlungen. Wo einst Großprojekte auf breite Zustimmung in der Bevölkerung hoffen konnten, stößt man nun verstärkt auf Widerstand. Schneider sieht es als unerlässlich für moderne Unternehmen, die Akzeptanz der lokalen Bevölkerung zu gewinnen, um zukünftig erfolgreich zu sein. "Es geht nicht mehr nur darum, Jobs zu schaffen. Man muss die Menschen vor Ort auch überzeugen und aktiv in die Planungen einbeziehen," so Schneider in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Exempel dieser Entwicklung ist die amerikanische Firma Tesla, deren Expansionspläne in Brandenburg bei einem Bürgerentscheid auf Ablehnung stießen. Die Initiative "Tesla stoppen" demonstrierte sogar mit einer Besetzung von etwa 80 Umweltaktivisten ihre Ablehnung. Der Ostbeauftragte weist darauf hin, dass auch andere Projekte, wie z.B. eine Batterie-Recyclingfabrik in Thüringen, mit Vorbehalten der Anwohner zu kämpfen haben.

Schneider betont jedoch auch die positiven Effekte, die eine Ansiedlung haben könnte: Insbesondere hebt er das Beispiel der geplanten Intel-Chipfabrik in Magdeburg hervor, bei der die Kommunikation zu funktionieren scheint. Durch solche Großprojekte verspricht sich Schneider langfristig hochqualifizierte und gut bezahlte Arbeitsstellen für die Menschen in der Region, eine Vermeidung von Abwanderung, internationale Wettbewerbsfähigkeit in Schlüsselbranchen wie der Mikroelektronik und nicht zuletzt signifikante Steuereinkünfte für die Gemeinden.

Erfolg ist jedoch kein Selbstläufer, und Unternehmen müssen sich zunehmend mit der Lebenswelt und den Ansichten der lokalen Bevölkerung auseinandersetzen, um ihre Projekte realisieren zu können.