05. Mai, 2026

Wirtschaft

Organisiertes Verbrechen als Wirtschaftsgröße: Mafia-Umsätze auf Augenhöhe mit Großkonzernen

Organisiertes Verbrechen als Wirtschaftsgröße: Mafia-Umsätze auf Augenhöhe mit Großkonzernen

Eine aktuelle Studie offenbart: Die Mafia generiert in Italien jährlich etwa 40 Milliarden Euro – eine Summe, die an die Umsätze europäischer Großunternehmen erinnert und etwa zwei Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts entspricht. Drogenhandel, Prostitution, Immobilien und Schutzgelderpressung zählen zu den lukrativsten Einnahmequellen der kriminellen Netzwerke. Der Handwerkerverband CGIA stützt seine Analysen auf die Erhebungen der italienischen Notenbank. Die Berechnungen zeigen, dass die Mafia, wenn sie als Konzern betrachtet würde, in Italien auf Platz vier der umsatzstärksten Unternehmen rangierte. Im europäischen Vergleich würde sie in eine Liga mit Firmen wie Continental und der Deutschen Bahn gehören. Ein bemerkenswerter Befund der Studie ist, dass etwa 150.000 italienische Unternehmen enge Verbindungen zum organisierten Verbrechen haben, vor allem in Metropolen wie Neapel, Rom und Mailand. Doch auch in kleineren Städten wie Caserta, Palermo und Bari ist die Mafia fest verwurzelt. In Italien dominieren verschiedene Mafia-Zweige, allen voran die 'Ndrangheta aus Kalabrien. Daneben operieren die Cosa Nostra aus Sizilien und die Camorra aus Neapel, alle mit bedeutenden internationalen Netzwerken. Die 'Ndrangheta allein erzielt weltweit schätzungsweise über 50 Milliarden Euro jährlich, besonders durch ihr nahezu monopolistisches Kokain-Geschäft in Europa.