09. Februar, 2026

Wirtschaft

Orcels Expansionspläne: Unicredit strebt Profitsteigerung und potenzielle Akquisition der Commerzbank an

Die renommierte italienische Großbank Unicredit hat ehrgeizige Pläne vorgestellt, um ihre Gewinnaussichten erheblich zu steigern, sowie attraktive Renditen für ihre Aktionäre zu sichern. Das Finanzinstitut gab am Montag in Mailand bekannt, dass es beabsichtigt, bis 2028 den bereinigten Nettogewinn auf beachtliche 13 Milliarden Euro zu erhöhen. Im laufenden Jahr wird bereits ein Gewinn von 11 Milliarden Euro angestrebt, wie Unicredit-Chef Andrea Orcel mitteilte. Ein weiterer zentraler Punkt in den Diskussionen ist die mögliche Übernahme der deutschen Commerzbank, über deren Machbarkeit sich Orcel offen äußerte.

Unicredit plant, ihren Investoren in den kommenden Jahren hohe Kapitalrenditen zu bieten, indem sie 80 Prozent der Gewinne in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen ausschüttet. Innerhalb von drei Jahren sollen mindestens 30 Milliarden Euro an die Aktionäre fließen, wobei in einem fünfjährigen Zeitraum eine Gesamtausschüttung von 50 Milliarden Euro anvisiert wird. Diese ambitionierten Pläne stießen bei den Finanzmärkten auf positive Resonanz, wie der Anstieg der Unicredit-Aktie um 6,5 Prozent in Mailand eindrucksvoll zeigt.

Das Geschäftsjahr 2022 war für Unicredit äußerst erfolgreich. Der bereinigte Überschuss wuchs um knapp 14 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro, während der tatsächliche Gewinn um über 12 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro anstieg. Diese bemerkenswerte Leistung spiegelt sich auch in der Rendite auf das materielle Eigenkapital wider, die 2022 mit 19,2 Prozent einen Rekordwert erreichte. Unicredit verfolgt das Ziel, diese Kennzahl bis 2028 auf über 23 Prozent zu steigern.

Strategisch legt Andrea Orcel besonderen Wert auf die Verbesserung der Effizienz innerhalb des Bankbetriebs. Bis 2028 sollen die Erträge auf 27,5 Milliarden Euro anwachsen und die Kosten gleichzeitig auf etwa 33 Prozent der Erträge gesenkt werden. Mit diesen Maßnahmen positioniert sich Unicredit im Wettbewerb mit deutschen Banken wie der Deutschen Bank und der Commerzbank, die ebenfalls an ihrer Effizienz arbeiten.

In einem Interview thematisierte Orcel auch die Chance auf eine Beteiligung an der Commerzbank und erwog eine potenzielle Übernahme. Er machte deutlich, dass ein derartiges Vorhaben unter geeigneten Bedingungen umsetzbar sei, alternativ stünden jedoch andere strategische Optionen zur Verfügung. Aktuell scheint Orcel jedoch zögerlich, ein konkretes Übernahmeangebot für die Commerzbank zu unterbreiten, da diese Pläne in unterschiedlichen Interessengruppen auf Widerstand stoßen. Parallel dazu hat Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp ihre eigenen Initiativen zur Verbesserung der Rentabilität der Bank forciert, um deren Attraktivität für Investoren zu steigern.