25. Februar, 2026

KI

OpenAIs 600-Milliarden-Dollar-Wette: Der riskante Marsch zur Weltherrschaft oder zum finanziellen Abgrund?

Sam Altman plant bis 2030 astronomische 600 Milliarden Dollar für Rechenleistung auszugeben. Ist das die Geburtsstunde eines Giganten oder die teuerste Blase der Wirtschaftsgeschichte?

OpenAIs 600-Milliarden-Dollar-Wette: Der riskante Marsch zur Weltherrschaft oder zum finanziellen Abgrund?
OpenAI plant bis 2030 Investitionen von 600 Milliarden Dollar in Compute. Erfahren Sie alles über den Billionen-Börsengang und NVIDIAs Mega-Investment.

In den Hinterzimmern des Silicon Valley werden Zahlen jongliert, die normalerweise Staatshaushalten vorbehalten sind. OpenAI, die Speerspitze der künstlichen Intelligenz, hat am Freitag die Katze aus dem Sack gelassen: 600 Milliarden Dollar sollen bis 2030 allein in Rechenleistung fließen. Es ist ein Alles-oder-Nichts-Spiel, das den ChatGPT-Entwickler auf eine Bewertung von bis zu einer Billion Dollar beim geplanten Börsengang (IPO) katapultieren soll. Doch hinter den glänzenden Umsatzrekorden von 2025 braut sich ein finanzieller Sturm zusammen, der selbst die tiefsten Taschen von Microsoft und NVIDIA fordern wird.

NVIDIAs 30-Milliarden-Investment zementiert die Abhängigkeit vom Chip-Monopolisten

Die Allianz der Giganten wird immer enger. NVIDIA steht laut Insiderberichten kurz davor, eine Rekord-Investition von 30 Milliarden Dollar in OpenAI abzuschließen. Dies ist Teil einer gewaltigen Finanzierungsrunde, bei der Sam Altman über 100 Milliarden Dollar einsammeln will. Damit würde OpenAI mit rund 830 Milliarden Dollar bewertet – ein historischer Rekordwert für ein privates Unternehmen. Doch dieser Segen ist ein zweischneidiges Schwert: Ein Großteil dieses Kapitals dürfte über den Kauf von H100- und Blackwell-Chips direkt wieder zurück in die Kassen von NVIDIA fließen.

Es entsteht ein geschlossener Kreislauf des Geldes, bei dem OpenAI als gigantischer Transformator von Risikokapital in Rechenleistung fungiert. Sam Altmans Vision geht dabei weit über reine Software hinaus: Er plant, insgesamt 1,4 Billionen Dollar zu investieren, um 30 Gigawatt an Rechenressourcen aufzubauen. Das ist genug Energie, um 25 Millionen US-Haushalte zu versorgen. OpenAI ist längst kein reines Softwarehaus mehr, sondern ein Infrastruktur-Projekt von kontinentalem Ausmaß.

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Margen-Kollaps durch explodierende Betriebskosten trübt die Rekordumsätze

Die nackten Zahlen für 2025 lesen sich auf den ersten Blick wie ein Triumphzug: Mit 13 Milliarden Dollar Umsatz schlug OpenAI die eigene Prognose von 10 Milliarden deutlich. Gleichzeitig blieben die Ausgaben mit 8 Milliarden Dollar unter dem Zielwert. Doch der Teufel steckt im Detail – genauer gesagt in den sogenannten Inferenzkosten. Das Ausführen der KI-Modelle für Millionen von Nutzern ist 2025 um das Vierfache gestiegen. Die Folge: Die bereinigte Bruttomarge stürzte von 40 % im Vorjahr auf nur noch 33 % ab.

Dieser Margen-Schwund ist das dunkle Geheimnis der Branche. Je klüger und mächtiger die Modelle werden, desto teurer wird ihr Unterhalt. OpenAI muss bis 2030 einen Umsatz von über 280 Milliarden Dollar generieren, um die gigantischen Investitionen zu rechtfertigen. Dieser Umsatz soll sich zu fast gleichen Teilen auf Endverbraucher und Unternehmenskunden verteilen. Doch ob die Zahlungsbereitschaft der Kunden mit dem exponentiellen Anstieg der Rechenkosten Schritt halten kann, ist die 600-Milliarden-Dollar-Frage, auf die bisher niemand eine Antwort hat.

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Der IPO-Geheimplan: Sam Altmans Flucht nach vorn an die Börse

Der geplante Börsengang ist unter diesen Vorzeichen mehr als nur ein Meilenstein – er ist eine finanzielle Notwendigkeit. Um den Hunger der Rechenzentren zu stillen, braucht OpenAI dauerhaften Zugang zum öffentlichen Kapitalmarkt. Die angestrebte Bewertung von einer Billion Dollar würde OpenAI in den exklusiven Club der „Magnificent Seven“ hieven. Microsoft, der wichtigste Geldgeber, unterstützt diesen Kurs massiv, da man sich so die exklusive technologische Vorherrschaft sichern will.

Doch das Risiko ist immens. Sollte der Hype um die generative KI abflachen oder die Effizienzgewinne der Hardware nicht ausreichen, um die Inferenzkosten zu decken, könnte OpenAI zum größten Verlustgeschäft der Tech-Historie werden. Sam Altman setzt darauf, dass die KI-Revolution so fundamental ist, dass herkömmliche ökonomische Gesetze für sein Unternehmen nicht mehr gelten. Es ist eine Wette auf die Zukunft der Menschheit – finanziert mit dem Kapital der Gegenwart.

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob OpenAI die 600 Milliarden Dollar in Gold oder in Asche verwandelt. Der Marsch zum IPO hat begonnen, und der Einsatz könnte nicht höher sein.

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