09. Januar, 2026

Märkte

Ölpreise stabilisieren sich infolge US-amerikanischer Maßnahmen in Venezuela

Die jüngsten Turbulenzen auf dem Ölmarkt, ausgelöst durch das Eingreifen der USA in die venezolanische Ölindustrie, scheinen sich allmählich zu stabilisieren. Am vergangenen Donnerstag verzeichnete der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent, lieferbar im März, einen Anstieg auf 60,22 US-Dollar – ein Plus von 26 Cent gegenüber dem Vortag. Parallel dazu kletterte der Preis für die US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) geringfügig auf 56,22 US-Dollar pro Barrel zur Lieferung im Februar, was einem Anstieg von 23 Cent entspricht.

Die Spekulationen am Markt waren über längere Zeit stark durch die Aussicht auf eine Erhöhung des venezolanischen Rohölangebots geprägt. Diese Aussicht beeinflusste die Marktpreise deutlich, da sie zusätzlich zu den bereits hohen Fördermengen zahlreicher Ölproduzenten die Preise unter Druck setzte. In dieser dynamischen Marktentwicklung hat die US-Regierung durch einen Militäreinsatz in Caracas einen außerordentlichen Einfluss genommen, woraufhin Präsident Donald Trump verkündete, dass Venezuela 30 bis 50 Millionen Barrel sanktioniertes Öl an die USA liefern wird.

Der venezolanische Staatskonzern Petroleos de Venezuela SA (PDVSA) hat mittlerweile Gespräche mit den USA bestätigt. Diese Verkaufsverhandlungen sind Teil eines umfassenden Abkommens, das sich an den bestehenden Vereinbarungen mit dem Ölkonzern Chevron orientiert, dem einzigen bedeutenden US-amerikanischen Unternehmen mit fortdauernder Geschäftstätigkeit in Venezuela. Berichten zufolge könnten diese Verhandlungen den USA eine gewisse Kontrolle über die PDVSA einräumen. Diese strategischen Maßnahmen der USA werfen auch ein neues Licht auf die geopolitischen Beziehungen zur Volksrepublik China.

Laut der Ölmarktanalystin Vandana Hari von Vanda Insights könnte die Umleitung der venezolanischen Öllieferungen mittelfristig erhebliche Auswirkungen auf die Interessen Chinas haben. Venezuela war bislang ein bedeutender Öllieferant für China, und die Neuausrichtung der Exportströme zugunsten der USA könnte die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zwischen diesen Ländern erheblich beeinflussen. In diesem Kontext wird die Entwicklung der venezolanisch-amerikanischen Vereinbarungen aufmerksam von internationalen Beobachtern verfolgt, da sie langfristige Veränderungen im globalen Ölmarkt mit sich bringen könnte.