26. März, 2026

Wirtschaft

Öl-Schock und Kriegs-Angst: Der US-Wirtschaft geht die Puste aus

Die US-Konjunktur schlittert im März auf ein gefährliches Elfmonatstief. Während der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran die Energiepreise um über 30 Prozent nach oben peitscht, ziehen Amerikas Unternehmen die Reißleine: Erstmals seit über einem Jahr sinkt die Beschäftigung im Privatsektor.

Öl-Schock und Kriegs-Angst: Der US-Wirtschaft geht die Puste aus
Krisenstimmung in den USA: S&P Global meldet sinkende Beschäftigungszahlen und steigende Preise. Der Iran-Konflikt belastet die Weltmacht.

Washington steht mit dem Rücken zur Wand. Der neue Einkaufsmanagerindex (PMI) von S&P Global zeichnet das Bild einer Weltmacht, die ökonomisch unter dem Gewicht ihrer eigenen Außenpolitik einknickt. Der kombinierte Output-Index fiel im März auf 51,4 Punkte – der schlechteste Wert seit fast einem Jahr. Was oberflächlich noch wie ein minimales Wachstum aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als toxische Mischung aus stagnierender Nachfrage und explodierenden Kosten. Es ist die Quittung für einen Konflikt im Nahen Osten, der die globalen Lieferketten erneut in den Schwitzkasten nimmt.

Der Iran-Krieg entfacht ein Inflations-Inferno bei den US-Unternehmen

Der Haupttreiber des wirtschaftlichen Unbehagens ist schwarz und teuer. Seit Ausbruch der Kämpfe mit dem Iran sind die Ölpreise um mehr als 30 Prozent in die Höhe geschossen; an den amerikanischen Zapfsäulen zahlen Bürger fast einen Dollar mehr pro Gallone. Dieser Kostenschub frisst sich wie Säure durch die Bilanzen der Firmen. Der Index für die Inputpreise sprang im März auf 63,2 Punkte – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Entspannung an der Preisfront Geschichte ist.

Orlopp vs. UniCredit: 35 Milliarden sind zu billig
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp geht in die Offensive: Das 35-Milliarden-Angebot ist zu billig, die Strategie von UniCredit zu unklar. Und die Aktie fällt trotz Übernahmefantasie.

Die Unternehmen reagieren so, wie sie es immer tun: Sie geben die Last an die Endverbraucher weiter. Der Index für die Abgabepreise kletterte auf 58,9, was laut S&P Global darauf hindeutet, dass die Inflation im Konsumbereich direkt auf die 4-Prozent-Marke zusteuert. „Die Unternehmen berichten von einem Nachfragerückgang aufgrund der zusätzlichen Unsicherheit und der Auswirkungen des Konflikts auf die Lebenshaltungskosten“, warnt Chris Williamson, Chefökonom bei S&P Global Market Intelligence. Der Traum von einer sanften Landung der Wirtschaft scheint endgültig geplatzt.

Kahlschlag beim Personal beendet die Job-Party im Dienstleistungssektor

Besonders alarmierend ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Zum ersten Mal seit 13 Monaten schrumpfte die Beschäftigung im Privatsektor. Der Teilindex für das Personal fiel auf 49,7 Punkte und rutschte damit unter die kritische Wachstumsschwelle. Vor allem die Dienstleistungsbranche, das bisherige Bollwerk der US-Konjunktur, baut massiv Stellen ab, um die explodierenden Energiekosten und die allgemeine Unsicherheit abzufedern.

Es ist ein Misstrauensvotum gegen die wirtschaftliche Stabilität. Während die offizielle Arbeitslosenstatistik der Regierung noch robuste Zahlen liefert, zeigt die S&P-Umfrage die Realität in den Werkshallen und Büros: Die Firmen gehen in den Überlebensmodus. Die Stimmung hat sich so stark verschlechtert, dass Expansion derzeit für viele Manager kein Thema mehr ist. Man reduziert „Overheads“, wo es nur geht, um den Sturm aus dem Nahen Osten auszusitzen.

Die Fed im Dilemma zwischen Wachstums-Kollaps und Preis-Explosion

Für die Federal Reserve unter Jerome Powell ist dieser Bericht ein Albtraum. Die Notbank steht vor der unmöglichen Aufgabe, die galoppierende Inflation einzufangen, ohne die bereits taumelnde Wirtschaft endgültig in die Rezession zu stoßen. Letzte Woche signalisierten die Währungshüter zwar noch eine Zinssenkung für das laufende Jahr, doch angesichts der aktuellen Datenlage wirkt dieses Versprechen wie Makulatur.

„Die Fed wird diese sich verstärkenden Aufwärtsrisiken für die Inflation gegen das wachsende Risiko eines Momentum-Verlusts der Wirtschaft abwägen müssen“, so Williamson weiter. Viel wird davon abhängen, wie lange der Krieg im Nahen Osten andauert. Der kurze Kursrückgang beim Öl am Montag, nachdem Präsident Donald Trump einen fünftägigen Aufschub von Schlägen gegen iranische Kraftwerke verkündete, war nur ein kurzes Luftholen. Das fundamentale Problem bleibt: Krieg ist teuer, und Amerika zahlt gerade die erste Rate.

In den Straßen New Yorks ist die Verunsicherung greifbar – das Wirtschaftswunder der Post-Corona-Ära ist im Pulverdampf des Nahen Ostens verpufft.

Value-Fonds schlägt komplexe KI
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