09. Mai, 2026

Wirtschaft

OECD mahnt zur Vorsicht bei Zinssenkungen angesichts anhaltender Dienstleistungsinflation

OECD mahnt zur Vorsicht bei Zinssenkungen angesichts anhaltender Dienstleistungsinflation

Die OECD hat eine deutliche Warnung an die Zentralbanken ausgesprochen, die Leitzinsen nicht voreilig zu senken. Grund ist die anhaltende Inflation im Dienstleistungssektor, die eine Bedrohung für die Stabilität darstellen könnte. Die in Paris ansässige Organisation hebt jedoch die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft hervor und begrüßt den allgemeinen Rückgang der Inflationsraten nach der schwersten Inflation der letzten Generation.

Das Wachstum in den USA, der weltweit größten Volkswirtschaft, wurde erheblich nach oben korrigiert. Für das nächste Jahr erwartet die OECD ein Wachstum von 2,4 Prozent, angetrieben durch robusten Konsum und steigende Löhne. Trotz dieses positiven Ausblicks warnt die OECD, dass die Inflation der Dienstleistungspreise mit einem mittleren Wert von 4 Prozent in den Industrieländern ein Absenken der Zinsen nur in Maßen zulassen sollte, um das Risiko für Wachstum und reale Einkommen nicht zu erhöhen.

Álvaro Pereira, Chefvolkswirt der OECD, betonte, dass die hohe Inflation in vielen Ländern weiterhin die Zielwerte übersteigt und damit die Gefahr für die globale wirtschaftliche Stabilität birgt. Zwar erwartet die OECD ein globales Wachstum von 3,3 Prozent in den Jahren 2025 und 2026, dennoch könnten protektionistische Tendenzen und geopolitische Konflikte als Wachstumsbremsen wirken.

In Bezug auf China wurde die Wachstumsprognose auf 4,7 Prozent angehoben, während Indien eine erfreuliche Expansion von fast 7 Prozent im Jahr 2025 bevorsteht. Zentralbanken werden voraussichtlich weiterhin die Zinssätze senken, mit Ausnahme Japans, wo die Kreditkosten steigen könnten.

Die Europäische Zentralbank könnte ihren Leitzins bis Ende 2025 auf 2 Prozent absenken, während die US-amerikanische Federal Reserve einen Rückgang des Zielbereichs auf 3,25 bis 3,5 Prozent bis Anfang 2026 erwartet. Auffällig ist zudem die Erhöhung der Wohnkosten in mehreren Mitgliedsländern, darunter Großbritannien, Kanada, Australien und Lettland, bei gleichzeitigen Arbeitskräftemängeln insbesondere im Gesundheitswesen und der Informationstechnologie.