Nvidia steht im Zentrum der Revolution der Künstlichen Intelligenz (KI). Das Unternehmen entwickelt die leistungsfähigsten Rechenzentrums-Chips für die KI-Entwicklung, und die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot, was zu einem erheblichen Anstieg von Umsatz und Gewinn führt.
Heute nach Börsenschluss – etwa um 17:00 Uhr Eastern Time – wird Nvidia seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2025 (endete am 31. Juli) veröffentlichen. Der Bericht wird den Investoren eine aktuelle Einschätzung über die Verkaufszahlen des Chipriesen und seine Erwartungen für den Rest des Jahres geben.
Die Prognosen der Analysten deuten auf erneut starke Umsatzzahlen hin. Nvidias eigene Prognose beläuft sich auf 28 Milliarden US-Dollar Gesamtumsatz im zweiten Quartal, was einem Wachstum von 107 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Dies könnte jedoch noch konservativ sein: Wall Street erwartet nun 28,7 Milliarden US-Dollar, laut LSEG-Konsens.
Im ersten Quartal erzielte Nvidia bereits 26 Milliarden US-Dollar Umsatz, zwei Milliarden mehr als ursprünglich prognostiziert. Ein wesentlicher Teil davon entfiel auf den Bereich Rechenzentren, der 22,6 Milliarden US-Dollar ausmachte. Analysten schätzen, dass der Umsatz in diesem Segment zwischen 24,5 und 25,2 Milliarden US-Dollar liegen könnte.
Technologie-Giganten wie Microsoft, Alphabet und Meta Platforms investieren Milliarden in KI-Infrastruktur, und ein Großteil dieses Geldes fließt direkt durch GPU-Verkäufe zu Nvidia. Besonders im Fokus stehen dabei die H100-GPUs sowie der neuere H200, der doppelt so schnell ist wie sein Vorgänger.
Ein Update zu Nvidias neuer Blackwell-Chip-Architektur könnte ebenfalls anstehen. Diese wurde entwickelt, um große Sprachmodelle zu unterstützen und verspricht eine deutlich höhere Leistung sowie Energieeffizienz. Der Blackwell B200 soll dreimal schneller KI-Modelle trainieren und 15-mal schneller KI-Inferenzen durchführen als das Vorgängermodell.
CEO Jensen Huang hat angekündigt, dass die neuen B200-GPUs im Bereich von 30.000 bis 40.000 US-Dollar liegen werden, ähnlich den Preisen der H100-GPUs. Ein kürzlich erschienener Bericht deutet jedoch auf mögliche Verzögerungen hin. Investoren sollten daher auf Kommentare zur Verfügbarkeit und den Verkaufszahlen der Blackwell-GPUs achten.
Nvidia-Aktien haben seit Jahresbeginn um 765 % zugelegt, was dem Unternehmen eine Bewertung von 3,1 Billionen US-Dollar verleiht. Ein kleiner Kursausschlag kann daher Milliarden im Unternehmenswert ausmachen. Sollten die Q2-Ergebnisse die Erwartungen übertreffen, könnte dies zu einem weiteren Anstieg des Aktienkurses führen.
Die Analysten erwarten für das zweite Quartal einen Gewinn je Aktie von 0,64 US-Dollar, was die letzten zwölf Monate auf 2,17 US-Dollar bringen würde und Nvidia ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 58,3 verleiht. Dies ist fast zweimal so teuer wie der Nasdaq-100-Index. Doch langfristig gesehen erscheint Nvidia zu einem KGV von 33,2 für das Geschäftsjahr 2026 attraktiver.
Unterm Strich könnte die Nvidia-Aktie, solange der Q2-Bericht keine negativen Überraschungen birgt, für langfristig orientierte Anleger eine gute Investition darstellen.