er juristische Gegenschlag beflügelt den Aktienkurs massiv
Die an der Frankfurter Börse notierten Aktien von Novo Nordisk verzeichneten am Montag einen deutlichen Anstieg von 4,5 Prozent. Auslöser dieser Marktbewegung ist der Rückzug des Telehealth-Anbieters Hims & Hers, der die Markteinführung seines Semaglutid-Generikums abrupt abgeblasen hat.
Erst am vergangenen Donnerstag hatte Hims das Präparat für aggressive 49 US-Dollar auf den Markt gebracht. Das Produkt basierte auf Semaglutid, dem Wirkstoff der Blockbuster-Medikamente Wegovy und Ozempic. Bereits am Samstag wurde der Vertrieb jedoch wieder eingestellt.

Hintergrund dieser Entscheidung sind massive rechtliche Drohungen seitens Novo Nordisk sowie Interventionen der US-Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde FDA. Der dänische Pharmariese verteidigt sein Patentmonopol derzeit mit aller Härte.
„Wir werden das Angebot stoppen, nachdem wir konstruktive Gespräche mit den Interessengruppen geführt haben“, so die offizielle Stellungnahme von Hims & Hers.
Die US-Behörden greifen bei Compounding-Präparaten hart durch
Bereits am Freitag reagierte der Markt positiv mit einem Kursplus von über 5 Prozent, nachdem FDA-Kommissar Marty Makary ein hartes Vorgehen gegen nicht autorisierte GLP-1-Mischpräparate (Compounding) signalisiert hatte.
Diese günstigen Alternativen stellten bisher eine signifikante Bedrohung für die Preissetzungsmacht von Novo Nordisk in den lukrativen Märkten für Gewichtsverlust und Diabetes dar. Die regulatorische Rückendeckung verschafft dem Konzern nun eine kurzfristige Atempause.
Trotz aktueller Kurserholung bleibt der Preisdruck historisch hoch
Ungeachtet der jüngsten Gewinne steht Novo Nordisk weiterhin unter erheblichem fundamentalen Druck. Die Konkurrenz durch Eli Lilly und verbleibende günstigere Alternativen zwingt den Konzern zu Preisanpassungen.
Erst in der vergangenen Woche warnte das Management bei der Vorstellung der Jahresergebnisse vor „beispiellosem Preisdruck“, was einen Absturz der Aktie um 17 Prozent zur Folge hatte.
Die langfristige Charttechnik bleibt alarmierend: Seit dem Höchststand im Juni 2024 hat Novo Nordisk fast zwei Drittel seines Marktwertes eingebüßt. Die aktuelle Erholung ist daher noch keine Trendwende.
