Novartis setzt auf BioArctics Brückentechnologie
Der Basler Konzern hat am Dienstag eine Kooperation mit dem schwedischen Biotech BioArctic bekannt gegeben. Im Fokus steht die sogenannte BrainTransporter-Plattform, eine Technologie, die Antikörper und andere Wirkstoffe effizienter über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn schleusen soll.
Für Alzheimer-Therapien – bisher oft am Transportproblem gescheitert – könnte dies der entscheidende Durchbruch sein.
Einstieg mit 30 Millionen Dollar, Potenzial bis 772 Millionen
Zum Start fließen 30 Millionen US-Dollar an BioArctic. Sollten die ersten präklinischen Daten überzeugen, kann Novartis die Option ziehen und sich die Rechte an einem Wirkstoff sichern.
Für die Schweden winken dann Meilensteinzahlungen von bis zu 772 Millionen Dollar plus Lizenzgebühren. Damit würde der Deal in die Reihe der großen Biotech-Kooperationen der vergangenen Jahre aufsteigen.
BioArctic: Vom Geheimtipp zum globalen Player
Das 2003 gegründete Stockholmer Unternehmen gilt als wissenschaftlich hoch angesehen, stand aber lange im Schatten größerer Partner. Mit Leqembi – einem Alzheimer-Medikament, das gemeinsam mit Eisai und Biogen entwickelt wurde – ist BioArctic bereits im Markt vertreten.
Der Novartis-Deal hebt die Schweden nun in eine neue Liga: Sie gelten nicht mehr nur als Lieferant für Grundlagenforschung, sondern als ernstzunehmender Technologieanbieter.

Der Milliardenmarkt Alzheimer
Weltweit leiden mehr als 50 Millionen Menschen an Demenz, Tendenz steigend. Bis 2030 wird der Markt für Alzheimer-Medikamente auf über 13 Milliarden Dollar geschätzt.
Novartis war in diesem Feld bisher kaum sichtbar, nachdem eigene Forschungsprogramme scheiterten. Mit der Partnerschaft kauft sich der Konzern zurück ins Rennen – und verschafft sich gegenüber Konkurrenten wie Eli Lilly oder Roche einen strategischen Vorteil.
Reaktion an der Börse: Novartis stabil, BioArctic im Höhenflug
Die Novartis-Aktie legte am Dienstagmorgen in Zürich um knapp ein Prozent zu – wenig für die Dimension des Deals, aber ein Signal, dass Investoren den Schritt positiv bewerten.
Spannender war die Reaktion in Stockholm: BioArctic stieg zeitweise zweistellig, Anleger wittern den großen Durchbruch.
Ein Risiko mit Signalwirkung
Ob der Deal tatsächlich in ein marktreifes Medikament mündet, bleibt offen – zu hoch ist die Quote gescheiterter Alzheimer-Studien. Doch Novartis setzt damit ein Zeichen: Man will im Zukunftsmarkt Demenz nicht länger Zuschauer sein.
Für BioArctic bedeutet die Partnerschaft eine neue Ära – und für Investoren die vielleicht spannendste Wette auf einen der größten medizinischen Märkte der Zukunft.
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