Die US-Antidiskriminierungsbehörde eröffnet ein Verfahren wegen Benachteiligung
Die US-Antidiskriminierungsbehörde EEOC (Equal Employment Opportunity Commission) hat offiziell Ermittlungen gegen Nike eingeleitet. Der brisante Vorwurf lautet, der Sportartikelhersteller würde weiße Mitarbeiter und Bewerber gezielt benachteiligen. Ein entsprechendes Gerichtsdokument wurde am Mittwoch eingereicht.
Im Zentrum des Konflikts steht der Vorwurf der Behörde, Nike verweigere die Herausgabe relevanter Daten. Die Ermittler benötigen diese Informationen, um festzustellen, ob Gesetzesverstöße vorliegen. Die Situation droht nun juristisch zu eskalieren.
„Dies ist eine überraschende und ungewöhnliche Eskalation“, so der Sportartikelhersteller in einer Stellungnahme.
Diversitätsprogramme stehen unter dem Generalverdacht der umgekehrten Diskriminierung
Die EEOC untersucht spezifisch, ob Nikes Programme für Diversität, Gleichstellung und Inklusion (DEI) zu einer Diskriminierung weißer Angestellter geführt haben. Ein kritischer Punkt ist die Frage, ob diese Gruppe bei Entlassungswellen überproportional betroffen war.

Diese DEI-Standards wurden unter Barack Obama eingeführt und unter Joe Biden massiv ausgeweitet. Kritiker sehen darin jedoch eine Gefahr für das Leistungsprinzip und sprechen zunehmend von einer „umgekehrten Diskriminierung“.
Der juristische Streit um die Datenherausgabe spitzt sich vor Bundesgericht zu.
In einem Antrag an ein Bundesgericht in St. Louis fordet die Behörde umfassende Informationen über die ethnische Zusammensetzung der Belegschaft. Nike habe sich bislang geweigert, diese Daten sowie Teilnehmerlisten von Förderprogrammen vollständig offenzulegen.
Der Konzern weist den Vorwurf der Blockadehaltung zurück. Man kooperiere mit der EEOC und habe bereits Tausende Seiten an Dokumenten zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen beharrt auf der Rechtmäßigkeit seiner Praktiken.
„Die eigenen Programme und Praktiken stehen im Einklang mit den gesetzlichen Verpflichtungen“, so die offizielle Mitteilung von Nike.
Die Trump-Regierung verschärft die Gangart gegen liberale Firmenpolitik drastisch
Der Fall markiert eine deutliche Verschärfung im Vorgehen der Regierung unter Donald Trump gegen DEI-Initiativen in der Wirtschaft. Die Ermittlung geht nicht auf eine Einzelbeschwerde zurück, sondern auf eine sogenannte „Commissioner's Charge“, die EEOC-Chefin Andrea Lucas im Mai 2024 eigenständig initiierte.
Politischen Flankenschutz erhält dieser Kurs von Stephen Miller und seiner Organisation „America First Legal“. Diese hatte bereits während der Biden-Amtszeit Beschwerden gegen Großkonzerne wie Nike eingereicht und den Boden für die jetzigen Ermittlungen bereitet.


