24. April, 2026

Wirtschaft

Neues Abkommen mit der EU: Ein Weihnachtsgeschenk für die Schweizer Wirtschaft

Neues Abkommen mit der EU: Ein Weihnachtsgeschenk für die Schweizer Wirtschaft

Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich erfreut über ein neues Abkommen zur Neugestaltung der Beziehungen zur Europäischen Union, das gerade rechtzeitig zur Weihnachtszeit veröffentlicht wurde. Mit diesem Abkommen soll die Stellung der Schweiz als eine der stabilsten Volkswirtschaften Europas im Jahr 2025 weiter gefestigt werden. Obwohl das Abkommen noch einen schwierigen Ratifizierungsprozess durchlaufen muss, wird es von Wirtschaftsverbänden, Ökonomen und Unternehmen als wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Beziehungen zu der EU angesehen, die über die Hälfte der Schweizer Exporte ausmacht.

Samad Sarferaz vom KOF Wirtschaftsinstitut der ETH Zürich betont die zentrale Bedeutung des Marktzugangs: "Der europäische Handel ist das Fundament der Schweizer Wirtschaft. Die Vorteile werden sich langfristig zeigen." Schon jetzt wird die Schweizer Wirtschaft als wachstumsstärker als die ihrer Nachbarländer eingestuft; so prognostiziert die UBS für 2025 ein Wachstum von 1,3 %, im Gegensatz zu 0,6 % für Deutschland und 0,9 % für Frankreich und die Eurozone.

Durch das EU-Abkommen könnten massive Handelsstörungen und eingeschränkter Zugang zum EU-Markt vermieden werden. Es harmonisiert Standards und erleichtert die Teilnahme an Forschungsprogrammen sowie die Bewegungsfreiheit von Personen, wobei gewisse Schutzmechanismen eingeführt werden, um Ängste vor massenhafter Migration zu zerstreuen.

Besonders die Pharmabranche, die über die Hälfte der Schweizer Warenausfuhren ausmacht, profitiert von dem Abkommen. Georg Daerendinger, Sprecher der Industrievereinigung Interpharma, hebt die verbesserten Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten hervor.

Der Pharmariese Roche betont, dass das Abkommen Planungs- und Rechtssicherheit schafft. Sollte die gegenseitige Anerkennung von Standards mit der EU für diesen Sektor nicht aufrechterhalten werden, könnten pharmazeutische Produkte höheren Kosten ausgesetzt sein.

Rudolf Minsch, Chefökonom des Wirtschaftsverbands economiesuisse, sieht in dem Abkommen ein willkommenes Stabilisierungsmittel in einer von Kriegen und Handelskonflikten geprägten Welt. Besonders angesichts der Schwäche Deutschlands, dem wichtigsten Handelspartner der Schweiz, und der Aufwertung des Schweizer Frankens, durch die Exporte teurer werden, ist dies von Bedeutung. "Früher holte sich die Schweiz eine Lungenentzündung, wenn Deutschland erkältet war", scherzt Minsch. "Das gehört der Vergangenheit an."

Der starke Franken hat Unternehmen gezwungen, effizienter und spezialisierter zu werden. Zudem hat die Schweiz Freihandelsabkommen mit über 30 Ländern, darunter Indien und China, abgeschlossen. Niedrige Inflation, niedrige Zinssätze und eine robuste Inlandsnachfrage, getragen von realem Lohnwachstum, haben die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft gestärkt, so Claude Maurer, Chefökonom der Denkfabrik BAK Economics. Allerdings bereitet die ausländische Nachfrage weiterhin Sorgen, und das EU-Abkommen bietet keine schnelle Lösung für die Probleme im benachbarten Deutschland, wo die Schlüsselindustrie des Automobilbaus unter Druck steht.